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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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9. Die bernerkenswerthesten Kriege und Felclziige dieser Zeit. 213

Kaclan's wieder zusanmienstiess. Boleslaw war gleich Anfangs nachUngarn geflohen und von dort mit dem König von Ungarn wieder nachDeutschland. Die bei Lenschiz vereinigten Mongolen brachen gegen dieschlesische Stadt Liegnitz auf und schlugen hier am 9. April 1241 ineiner furchtbar blutigen Schlacht ein 30,000 Mann starkes, aus Deutsch-Rittern, Schlesiern und Polen bestehendes Heer aufs Haupt. Nun wurdedas Land um Liegnitz verheert, dann wendeten sich die Mongolen nachEatibor und drangen in Mähren, Ungarn und noch weiter vor. Nachdemsie ihren Weg durch Polen, Schlesien u. s. w. durch Verheerung mitFeuer und Schwert bezeichnet, kehrten sie aus Ungarn zur Wolga zurück,aus Anlass des Todes ihres Khans Oktai, an dessen Statt ein neuerKhan gewählt werden musste.

Kaum von diesen Horden befreit, stiess Polen im Norden mit anderngefährlichen Nachbarn und Feinden, den Rittern des deutschen Ordens,zusammen und gerieth in einen sehr lange andauernden Kampf mitihnen. Die ersten 12 Jahre (12411253) führten der pommerscheSwjatopolk und dessen Bruder Mestwin diesen Kampf. Inzwischenbildeten sich im Osten von Polen zwei Königreiche: das russischeunter Daniel von Halitsch, und das litthauische unter Mindowegoder Mendog. Der Erstere wusste sich ganz Klein- und Südwest-Russland zu unterwerfen und herrschte über die Provinz Lublin (1244),der Andere, vom deutschen Orden bedrängt, trat mit den umwohnendenHeiden in engste Verbindung, schüttelte die Ritter ab und führte Ver-heerungszüge nach Masowien aus. Während dessen verheerten die Mon-golen 1260 Klein-Pqlen und legten die neu erbaute StadtKrakau aber-mals in Asche.

Der Tod Mindoweg's (1263) schaffte Polen nach der litthauischenSeite für einige Zeit Ruhe, mit Daniel Boleslaw stand es in gutemEinvernehmen, aber mit dessen Sohne Schwarno (oder Swarno)führte es 1265 offenen Krieg. Im Inneren herrschten indessen Unruhenund Streit. Nach dem Tode desselben (1273) befand sich Polen in einemtraurigen Zustande. Die einzelnen unabhängigen Fürsten Polens, denens an Geld fehlte, machten Anleihen ausserhalb des Landes gegen Ver-pfändung ganzer Provinzen (so wurde den Deutschen die ljubuscherGrenzmark, den Tschechen eine Anzahl von schlesischen Städten über-lassen u. s. w.).

Nach Boleslaw's V. Tode (1279) wurde das unglückliche im Nord-osten durch die Litthauer, von Südosten her durch die Mongolen ver-wüstete, von Hungersnoth heimgesuchte Land auch noch im Innern durchFehden der Fürsten zerrissen. Unter der Zahl der Letzteren fing einEnkel Conrad's von Masowien an, sich hervorzuthun,- WladislawLokietek oder Lokotok Kasimirowitsch. Zweimal auf den