212 II. Vom Tode KaiTs d. Gr. bis zur Einführung der Feuerwaffen.
von Sjäwerski, setzte aber seinen Sohn Colo man auf den Thron vonHalitsch (1209). Die Halitscher und Lessek waren mit Colomannicht zufrieden, und Lessek rief aus Nowgorod den Mstislaw Udaliherbei, welcher Halitsch von den Ungarn befreite (1221). Daniel je-doch konnte noch lange danach nicht seine halitscher gesetzliche Erb-schaft erlangen.
Inzwischen nahmen die Kreuzzüge ausser der Richtung auf Palästinazu dieser Zeit durch Anlass der Päbste noch eine andere Richtung, näm-lich zur Ostseeküste gegen die heidnischen'Preussen und Letten, um diesemit dem Kreuze in der einen und dem-Schwerte in derandern Hand zum Christenthum zu bekehren. Auf Vliese Weise ent-stand, nicht lange vor der Einnahme von Constantinopel durch die Kreuz-fahrer, im J. 1201 an den Ufern der Düna der deutsche geistliche Ritter-orden der Schwertbruder (oder Schwertträger), der auch, nachdem von ihm eroberten Lande, der Orden der 1 i v 1 ä n d i s c h e n S c h w e r t-ritter genannt wurde. Die Schwertritter brachten solche Bewegungunter den heidnischen Küstenbewohnern hervor, dass die Preussen sichwild gegen die Christen erhoben, Masowien bis Plozk hin verwüsteten,über 250 Kirchen zerstörten und von Conrad von Masowien sogar Lösegelderhoben (1217). Der Letztere rief die Schwertbruder, welchen er dasDobrschinsker Gebiet abtrat, — und als sie von den Preussen aufgeriebenwaren, die Ritter des deutschen Ordens zu Hülfe und trat diesen imJ. 1228 das Chelminskische (Culmer) Gebiet ab, damit sie das M a s o -wische Grenzland (Masowische Ukraine) schützten. Auf dieseWeise setzte sich der Orden der Deutsch-Ritter (polnisch: Kreuz-spinnen, kryszaki) auch in Preussen fest, und sein erster Hoch-oderGrossmeister hier war Hermann Balk (1230). Nachdem sie sich mitdem Orden der Schwertbrüder vereinigt hatten, begannen die Deutsch-Ritter die Preussen aufs Furchtbarste zu bekämpfen und unterwarfen siein 50 Jahren vollständig, — aber für sich, ohne mit den masowischenFürsten zu theilen.
Unter Lessek's Sohn und Nachfolger, BoleslawIV. dem Keu-schen (1227—1279), erlitt Polen 1241 einen schrecklichen Einfall derMongolen (welche in den polnischen Chroniken Tataren genannt wer-den). Als Batu nach Verheerung Russlands im J. 1241 nach Ungarnzog, sendete er einen Theil seiner Streitmacht unter Peta's Anführung(nach d'Osson's Ansicht — Bai dar) gegen Polen nach Sandomir, wodieser sich theilte, so dass der eine Theil die Umgegend von Sandomir ver-wüstete, während der andere unter K a d an 's Führung nach Lenschiz zog.Der eine Haufen besiegte die Polen bei Schidlow, eroberte und äscherteKrakau ein und wandte sich dann nach Schlesien gegen Breslau; als erdies nicht einzunehmen vermochte, zog er nach Lenschiz, wo er mit dem