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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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9. Die beinerkenswerthesten Kriege und Feldzttge dieser Zeit. 211

der Friede vonPosen (1157), durch welchen BoleslawIV. d. Lockigegezwungen wurde, Schlesien an Wladislaw abzutreten, und dieserdagegen auf seine Ansprüche auf den Thron von Krakau verzichtenmusste. Von diesem Zeitpunkte an gehörte Schlesien, das unter dieWladislawitschen getheilt war, und zwar anfänglich in drei Theile(1160) und dann in zwei Haupttheile (1173) in Ober- und Unter-Schle-sien allerdings zum polnischen Reiche, handelte aber stets feindlichgegen dasselbe.

BoleslawIV. wollte diePreussen unterjochen, ward aber am Ossa-flusse von ihnen geschlagen (1167).

Die letzten Regierungsjahre Casimir's II. des Gerechten(11781194) wurden von inneren Fehden mit Mietschislaw (Mies-ko) von Gross-Polen und von Kriegen gegen äussere Feinde ausgefüllt.Mit Casimir gegen Mjetschislaw (oder Mjeczyslaw) verbündetwaren die Fürsten vonVolhynien undHalitsch, welche seit Boleslaw'sl.Zeit unaufhörlich mit Polen wegen Grenzstreitigkeiten im Kampfe lagen.Lange Zeit hatte Polen die Oberhand, bis Wladimirko von Galiziendurch einen Sieg bei Halitsch (1138) das Gleichgewicht herstellte. End-lich führte 1190 Casimir durch Waffengewalt Wladimir auf denhalitscher Thron zurück, indem er den ungarischen Königssohn vertrieb.Die Fürsten von Halitsch unterstützten Casimir bei der VertreibungMjeczyslaw's aus Krakau (1191). 1192 besiegte Casimir diePreussen und die Jatwjagen.

Im J. 1196 fand ein heftiger und blutiger Kampf an der Mozgawazwischen dem Sohne Casimir's, Lessek (oder Ljäschko) demWeissen und seinem Verbündeten Romanus von Volhynien einerseitsund Mj eczy slaw dem Alten andrerseits statt. Beide Seiten schriebensich den Sieg zu, traten jedoch in Unterhandlungen ein, welche Mieskovon neuem den Thron von Krakau verschafften (1200); er trat ihn dannan Lessek ab, bemächtigte sich nochmals desselben und starb zu Kra-kau im J. 1202. Hierauf erhielt bei einer Theilung (1207) LessekKlein-Polen, Sjäradz, Lentschiza und Danziger Pommern, sein BruderConrad Masowien und Kujawien mit den Gebieten von Chelminsk undDobrschinsk.

Romanus von Halitsch, Volhynien und Tscherwonnorussia (Roth-Russland) gegen Volhynier und Litthauer strenge vorgehend, suchte sichmit Gewalt der Stadt Lublin zu bemächtigen, kam aber in dem Feldzugeum, bei Zavichwost (1205).

Hierauf nahm Lessek die beiden unmündigen durch dieSjäwerski-schen Fürsten vertriebenen Söhne des Romanus, Daniel undWas-s i 1 k o, in seinen Schutz und brachte sie zu dem König Andreas vonUngarn, einem Freunde ihres Vaters. Andreas verjagte die Fürsten

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