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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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210 II. Vom Tode Karl's d. Gr. bis zur Einführung der Feuerwaffen.

Heinrich III. mit bewaffneter Macht auf den Thron von Polen erhobenworden war, brachte mit des Kijew'schenJaros law Hülfe die Masowierzum Gehorsam, und auf Andrängen des Kaisers gaben die Tschechen Kra-und Ober-Schlesien zurück.

Casimir's ältester Sohn BoleslawH. der Kühne (10581080)mischte sich in die Unruhen von Ungarn, führte mit Gewalt der WaffenBela auf den ungarischen Thron (1061) und zog (1072) abermals nachUngarn ihm zu Hülfe. In ähnlicher Weise nahm er kriegerischen An-theil an den Angelegenheiten Böhmens (1062) und Kusslands (1069), in-dem er Isjaslaw vonKijew dasGrossfürstenthum zurückgab, wobei eraber eigenmächtig sich in Volhynien und Roth-Russland festsetzte. Dieunruhigen Preussen besiegte er an dem Ossaflusse (1065). Alle diesehäufigen Grenzkriege erzeugten Unzufriedenheit und Desertionen in B o -1 es law's Heere, die er strenge, oft sogar grausam strafte. Endlichzwang der Unwille des Volkes Boleslaw mit sammt seinem SohneMieczyslaw nach Ungarn zu fliehen (1080), wo er dann auch starb.

Unter seinem ohnmächtigen Bruder Wladislaw I. Hermann(10801102) brachen in Polen Hausfehden und Volksunruhen aus, wel-che die Tschechen zum Vorwande nahmen, um sich einzumischen, unddie Fürsten von Roth-Russland fielen von Polen ab.

Die Söhne desselben, Boleslaw III. Kriwousti (Schiefmaul),der in Krakau (11021139) regierte und Sbigneus in Masowien kämpf-ten, von äusseren Feinden unterstützt, um die oberste Gewalt. Endlichaber überwand Boleslaw den Sbigneus (1116), die Tschechen wur-den gezwungen, ihren Ansprüchen auf Tribut von Seiten Polens zu ent-sagen und die Deutschen wurden auf dem sog. Hundsfelde geschlagen(1109). Die wichtigste Kriegsthat Boleslaw's war die Unterwerfungdes westlichen oder Stettiner Pommerns (11071121) und des östlichenoder Danziger Pommerns (1120). Die übrige Regierungszeit Boleslaw'sist durch innere Wirren und unglückliche äussere Kriege bezeichnet.Der Wojewode Skarbimir (1116) und der Stawestarost Swjatopolk(1120) traten offen als Empörer auf, ein Feldzug Boleslaw's endete mitdem Untergange seines Heeres in dem spischkischen Gebirge (1132),und Tschechen und Russen verheerten die Grenzen Polens (1136). UmPolens Unglück voll zu machen, theilte Boleslaw auf dem Todtenbettedasselbe (1139) unter seine vier Söhne, wodurch er den Grund zu demverderblichen Systeme der Theilungen und den damit verbundenen inne-ren Kriegen legte, welche sich mehr denn 1 '/ 2 Jahrhunderte fortsetzten(bis zum Beginn des 14. Jahrhunderts).

Die bedeutendsten Kriegsereignisse aus dieser Periode der Bürger-kriege waren:

Die Kriege des Kaisers Friedrich Barbarossa mit Polen und