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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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188 II. Vom Tode Karl's d. Gr. bis zur Einführung der Feuerwaffen.

J. 1288 berühmt. Nach Ertoghrul's Tode erhob Allah-Eddin denOsman, als Bey von Karahissar, zur Würde eines Bey (Fürsten) undvergrösserte dessen Besitzungen. Im J. 1299 bemächtigte Osman sichdurch List des Schlosses Belokomy und noch drei anderer, so dass nachAllah-Eddin's II. Tode und nach dem Untergange des Turko-Seld-schuken-Reiches er der unabhängige Beherrscher des ganzen um denBerg Olymp gelegenen Landes war. Ausserdem erlangten noch neunandere türkische Lehnsherren ihre Unabhängigkeit. Indem Osman seineBesitzungen in ein Reich , das der Turko-Osmanen oderOsmanli(nach ihm selbst so genannt), zusammenfasste und demselben Gesetze undeine öffentliche und militärische Verfassung gab, verlegte er seine Resi-denz in die Stadt Jenitschera, machte aber durch Ermordung seinesOnkels Dun dar den Anfang zu einer Reihe von Verwandtenmorden,welche die Herrschaft fast aller türkisch-osmanischen Sultane beflecken.Dann eroberte Osman das Kjöprihissar mit dem angrenzenden grie-chischen Gebiete, schlug die Griechen bei Kajonhissar und drang bisNicäa vor. Von dort aus verheerte er mehrere Jahre lang fast ohneWiderstand die griechischen Ländereien, eroberte die Insel Chios, wäh-rend zugleich türkische Seeräuber die Inseln des Mittelmeeres vom Hel-lespont bis Gibraltar ausplünderten. Dies veranlasste den griechischenKaiser Andronicus II. Paläologus (12731319) zum Abschlusseines Bündnisses mit dem Mongolenkhan Hechasan, welcher sich auchmit einem zahlreichen Heere gegen die Türken in Bewegung setzte.Aber das hinderte die Türken nicht, Sardes, Ephesus, Tyrus und anderegriechische Burgen bis zum schwarzen Meere zu erobern (1308). Wäh-rend dessen hatte Osman's Sohn, Urchan oder Orchan, die vonSüden her eingedrungenen Mongolo-Tataren besiegt, das ganze Landzwischen den Flüssen Songaris oder Sungara und dem Meere eingenom-men, und bemächtigte sich endlich 1325 der wichtigen Stadt Prussa(heute Brussa), wohin er nach Osman's Tode (1325) seine Residenz ver-legte. In den 35 Jahren seiner Regierung (bis 1360) erweiterte er seinReich noch durch Eroberungen, während sein Bruder und oberster (Gross-)Vezier Allah-Eddin durch weise Verwaltung es im Innern ordnete undbefestigte. Nach der Eroberung von Semendria, Aldos und Nicomediaschritten Orchan und Allah-Eddin 1328 zu einer noch vollkomme-neren und geregelteren inneren staatlichen und militärischen Organisationdes Reiches und gründeten zugleich die Truppen: Janitseharen undSpahis. Dann setzten die Türken ihre Angriffe gegen die asiatischenKüsten des Bosporus fort und bemächtigten sich, nach Besiegung desgriechischen Kaisers Andronicus III. Paläologus bei Philokrenä(13201340), der StadtNicäa, des festesten Stützpunktes des byzantini-schen Reiches in Klein-Asien. Indem er seine Genossen durch die den