1 86 II. Vom Tode Karl's d. Gr. bis zur Einführung der Feuerwaffen.
Griechenland, wurde aber endlich von dem Kaiser Basilius II. (1014)geschlagen und starb aus Gram über die Grausamkeit des Letzteren,welcher 15,000 gefangene Bolgaren blenden liess! Die Bolgareiward dem Beiche unterworfen, und erst iy 2 Jahrhunderte später, imJ. 1185 unter Isaac Angel us, befreiten die bulgarischen Brüder Peterund Assan mit Hülfe der Polowzer die Bolgarei von dem Joche derGriechen. Assan wurde der Stammvater der neuen Königsdynastie derAssaniden, deren Hauptstadt Widdin war. Sie erneuerten die Kriegegegen das byzantinische Reich und, nach der Einnahme von Constantino-pel durch die Kreuzfahrer (1253), auch gegen die lateinischen Herrscherdesselben, unter welchen Kaiser Balduinll. durch den bulgarischenKönig Kalo-Johannes (1261) gefangen genommen wurde. NachdemTode des Letzteren brachen in Bulgarien innere Zwiste, Unruhen, Fehdenund Umwälzungen aus und das Königreich begann sich umsomehr demVerfalle zu nähern, als die Serben, Ungarn und Mongolo-Tataren häufigin die Bolgarei einfielen, deren Könige entthronten und die ihrigen dafüreinsetzten. Die Bolgaren führten indessen noch mehrere glücklicheKriege mit den Griechen, bis die von dem Kaiser Johannes Kanta-kuzenos (1347) herbeigerufenen Türken sich eines Theiles der vomKönig Alexander beherrschten Bolgarei bemächtigten und unterseinem Nachfolger Tusmana sich das ganze Land tributpflichtig mach-ten. Endlich wurden nach der Schlacht von K o s s o w ap olj e (auf demAmselfelde in Serbien), 1389, zwischen dem türkischen Sultan Muradl.(1359—1389) und den vereinten Serben und Bolgaren unter Anführungdes Serbenkönigs Lazarus, Bolgarien und Serbien endgültig und voll-kommen von den Türken unterworfen.
Aus dieser kurzen Darstellung der Geschichte der Donau-Bolgarenund der Bolgarei ist ersichtlich, wie sie 8 Jahrhunderte lang (6. bis13. Jahrb.) kriegerisch und mächtig waren und erst im 14. Jahrb. inFolge innerer Zerwürfnisse ohnmächtig wurden und untergingen, bis zumEnde jedoch ihren alten kriegerischen Sinn bewahrend. Ganze 800 Jahreführten sie ununterbrochene und grösstentheils glückliche Kriege, undverdankten ihre Erfolge ihrem kriegerischen Geiste, Muth und Tapferkeitunzweifelhaft ebenso, wie ihrer vortrefflichen Kriegsorganisation. Dieseletztere hatte ursprünglich, bis zu der im 7. Jahrhundert erfolgendenVerschmelzung mit den Donau-Slawen, im Allgemeinen einen bolgarisch-türkischen Charakter, dann einen bolgarisch-slawischen, dem serbischenannähernd gleich (s. o. §§. 61 u. 50 bis 51). Anfänglich waren sie einvorzugsweise zu Pferde kämpfendes Volk, seit dem 8. Jahrhundert hattensie gleich den Serben Truppen zu Pferde und zuFuss, mehr oder wenigergut bewaffnet und geschult. Die zum grössten Theile glücklichen Kriegeund Schlachten mit den Griechen, Ungarn und anderen benachbarten