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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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182 n. Vom Tode Karl's d. Gr. bis zur Einführung der Feuerwaffen.

§.66.Rumänen.

Das Land nördlich der unteren Donau (heutige Wallachei, Moldau,Bessarabien und Transsylvanien) wurde im tiefen Alterthum von denGeten bewohnt, von denen die nördlich der Donau wohnenden späterDacier und die südlich der Donau Thracier Messen. Ursprünglichführten sie ein Wanderleben, später begannen sie in Ansiedelungen undStädten zu leben. Alexander d. Gr. hatte die Süd-Geten unterworfen,die Nord-Geten behaupteten ihre Unabhängigkeit. Einer ihrer Fürsten,Beregist, vereinte im J. 48 n. Chr. die Nord- und Süd-Geten unterseine Gewalt und wurde den Eömern ein gefährlicher Feind. Nachseinem Tode aber brachen zwischen den Geten oder Daciern innereKriege aus, welche die Römer benutzten, um Süd-Dacien oder Mösien zuunterwerfen. Ein grosser Theil der Bewohner floh auf das linke Donau-ufer. Hier wuchs die Macht der Dacier, welche nun von dorther sohäufige und kräftige Einfälle in Mösien machten, dass Trajan zurUnterwerfung von Nord-Dacien schritt, es in eine römische Provinz ver-wandelte, eine Menge römischer Colonien und fester Städte darin an-legte , Kriegscontributionen auferlegte, eine stehende Brücke über dieDonau schlug u. s. w. 2 Jahrhunderte danach war Däcien mit seinenEinwohnern fast ganz römisch geworden, nach Sprache, Sitten und Ge-bräuchen. Aber der Kaiser Aurelian verpflanzte die Bewohner vonDacien nach Mösien. Bei der Völkerwanderung gerieth Dacien der Reihenach in die Gewalt der Gothen, Alanen und Hunnen, aber viele der ur-sprünglichen und der neuen Einwohner flohen in das Karpathen-Gebirgeund bewahrten halb römische Sprache, Sitten und Gewohnheiten. Sichallmählich ausbreitend, hatten sie schon um 540 ihren eigenen wendisch-oder slawisch-römischen Staat gegründet, welcher der rumänischeoder römische genannt wurde und dessen Einwohner aus einem Gemischvon Nachkommen der alten Dacier, Römer und Völker Ost-EuropasGothen, Hunnen und vorzugsweise Slawen bestanden. Bald nachherward dieser Staat von den Avaren unterjocht, im J. 636 gewann er seineUnabhängigkeit wieder und wurde dann (803) von dem BolgarenkönigK r u m o s unterworfen. Unter dem Könige Bo gor is (Boris), um dieMitte des 9. Jahrhunderts, nahmen die Einwohner von Nordost-Daciendas Christenthum der griechisch-katholischen Confession an, und etwaseit derselben Zeit werden sie unter dem Namen W lachen oder Wal-lachen bekannt (wie Einige meinen, von dem gothischen Worte wallen,oder dem bolgarischen wlach, die beide umher irren, wandern,bedeuten). Die Bulgaren begnügten sich mit Eintreibung von Abgaben