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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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178 II. Vom Tode KaiTs d. Gr. bis zur Einführung-der Feuerwaffen.

Petschenegen von den Polowzern heftig gedrängt worden und wurdenendlich an die Donau und über die Donau getrieben. Im J. 1254 wurdenschliesslich die Trümmer der Petschenegen gänzlich von den Mongolenverdrängt und zogen nach Thracien und Macedonien, den Krieg mit denGriechen immer fortsetzend; im 14. Jahrhundert verschwinden sie ausder Geschichte, indem sie sich wahrscheinlich mit den Wlachen (Rumä-nen) und Bolgaren vermischen.

In ihrer öffentlichen und militärischen Organisation und in ihremKriegswesen machen sich die allen asiatischen Völkern türkischer Ab-stammung gemeinsamen Züge bemerklich, indem sie halb angesessen,halb nomadisirend lebten, vom Pferde herab kämpften und ausserordent-lich unruhig und raubsüchtig waren.

§.64.Polowzer.

Wie schon gesagt, trat seit dem J. 1103 an die Stelle der nördlichenPetschenegen in dem Gebiete bis zum Dnjepr und Dnjestr das mit ihnenzum selben türkischen Stamme gehörige Volk der Polowzer oder Ku-manen. Anfangs gehorchten sie den chazarischen Kaganen in Lebedija(s. oben), dann zogen sie weiter westlich in die Orte der Petschenegenund begannen im Norden gegen das südliche Russland, und im Südenjenseits der Donau mit den südlichen Petschenegen gemeinschaftlichgegen die Bolgaren und besonders gegen die Griechen Kriege zu führen.Unter dem Kaiser Isaac Angelus (11851195) halfen sie den Bolga-ren und deren Zaren As an ein selbständiges Bolgarenreich herzustellen,kämpften darnach mit den Bolgaren vereint oft gegen die Griechen undverwüsteten Thracien und Macedonien. Die eindringenden Mongolentrafen zuerst auf die nördlichen Polowzer; das ganze Gebiet derselbenvon der Wolga bis zum Dnjepr und Dnjestr wurde von den Mongolenerobert. Im J. 1239 wurde Kotj an, Khan der Polowzer, der sich gegendie Mongolen erhoben hatte, von diesen geschlagen und zog sich mit40,000 Polowzern über die Karpathen zu den Ungarn zurück. Der Königder Letzteren, Bela, trat ihnen Gebiete im heutigen Transsylvanien zurAnsiedelung ab, wo sie unter dem Namen K u m a n e n, später S e 'i k e -lei (heute Szekler) bekannt wurden. Ein anderer Theil der Polowzerwandte sich zu dem Fürstenthume Serbien und zum byzantinischen Reicheund Hess sich hier auf ihnen überlassenem Grund und Boden nieder.Von da an (Mitte des 13. Jahrhunderts) verschwindet der Name der Po-lowzer oder Kumanen aus der Geschichte.

Von ihrer Kriegsorganisation und ihrem Heerwesen ist dasselbe zusagen, wie bei den Chazaren und Petschenegen, mit welchen die Polow-zer viel Aehnliches hatten.