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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
Entstehung
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1 56 II. Vom Tode KaiTs d. Gr. bis zur Einführung der Feuerwaffen.

schine). Durch sie erhob er Abgaben bei den unterworfenen Völkern, er-hielt er sie in Gehorsam und Ordnung, bewahrte er ihre Gebiete gegenäussere Feinde, erweiterte die Grenzen des Landes und erhob neue Ab-gaben von andern Völkern.

Auf diese Weise war die Fürstliche Druschine die Haupt-kriegswaffe für die Macht des Königs. Ihre ursprüngliche Zusammen-setzung und ihr Charakter waren rein normannisch. Sie bestand aus demganzen Geschlechte Rurik's und seiner Brüder, die mit ihm gekommenwaren, und allen nachgezogenen normannischen Warjagern. Sie bildeteden Eath des Fürsten, die einzelnen derselben waren seine Gefährten,Mannen, seine beständigen Begleiter und Tischgenossen. Sie hattenausser Dienst volle Freiheit zu handeln, wie sie wollten, erhielten ihrenganzen Unterhalt vom Fürsten, und hatten zu diesem Zwecke auch be-sondres Anrecht auf Theilnahme an Zins und Kriegsbeute. Später setztesich diese Schaar mehr und mehr aus eingeborenen Slawen zusammen,unter Wladimir und Jaroslaw war sie eine fast ganz slawische.Jeder der Söhne von Wladimir und Jaroslaw, später sogar jederWojewode und vornehme Herr hatte seine eigene Schaar. In derfürstlichen Schaar waren die angesehensten und vornehmsten die M u -schiKnjaschij (fürstlichen Mannen), später die Woj e w o d e n (Kriegs-),Bojaren, Posadniki u. s. w. (Staats-und Kriegsbeamte), Otroki(Pagen, Edelknaben) die dem Fürsten am nächsten stehenden Hof-(Terem = Erker-)Beamten), und die Gridni (Trabanten), seine Leib-wächter, wie man meint. Bei Aufzählung der Truppen der ersten russi-schen Fürsten nennt der Chronist immer zuerst die Warj ager, d. h.die mitgekommenen normannischen Krieger, nach ihnen die Russj(welche, ist ungewiss, wahrscheinlich die mit den Warjagern gekomme-nen), und dann erst die eingebornen Slawen verschiedener Stämmevon Nord und Süd. Unter den Warjagern stand obenan die eigentlichefürstliche Druschine, demnächst die übrigen eingewanderten Warjager.Von den Letzteren gab es immer viele, besonders in Nowgorod. mankonnte deren immer von jenseits des Meeres erlangen, so viel manwollte. Wladimir aber und besonders Jaroslaw entfernten dieselbenschon gänzlich, die Einen wurden in ihre Heimath entlassen, die Anderngingen nach Constantinopel in den Dienst der griechischen Kaiser. Undvon dieser Zeit an wurden keine mehr herangezogen und gab es derenkeine mehr in Russland.

Die allgemeine Bezeichnung der aus den Schaaren (Druschinen),Warjagern und Slawen zusammengesetzten Truppen war Woj (Heer,Truppen). Die Anzahl der Woj ew (Truppen) festzustellen, ist unmög-lich: in den Chroniken heisst es nur »viele Truppen«. Im Allgemeinengab es deren bald viel, bald wenig, je nach Erfordern, in den Zügen