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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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7. Slawen und slawische Eeiche. 153

sonst noch herbeigezogenen Warjagern, indem sie unter diesen slawi-schen Stämmen Ordnung und Ruhe handhabten, einen bis dahin fehlendenallgemeinen Zusammenhang zwischen ihnen her. Dieser Zusammenhangbestand in der Einheit der Gewalt des Fürsten und in seiner Befugniss,Urtheil und Recht zu sprechen und Steuern zu erheben, durch Vermitt-lung ihrer, der einheimischen Bevölkerung fremden und vom Fürstenabhängigen Genossen (Druschiniks). Nach zwei Jahren, im J. 864, starbsowohl Sineus wie Truwor, und Rurik vereinigte ihre Städte undGebiete in seiner Hand, legte auch seine Mannen und Gefährten undWarjagev in dieselben, siedelte vom Ladoga nach Nowgorod über undsetzte sich in der von ihm am Wolchow erbauten fürstlichen grossenStadt fest. Zwei der Mannen oder Führer seiner Genossen, Askoldund Dir, welchen keine Städte zugetheilt waren, suchten Dienste inGriechenland, begaben sich mit ihrer Schaar auf dem Dnjepr dorthinund bemächtigten sich unterwegs Kijews im Lande der Poljanen. Hiersetzten sie sich fest, erhoben Abgaben von den umwohnenden Stämmenund unternahmen im J. 865 mit 8000 Kriegern einen Zug nach Constan-tinopel, der ohne Erfolg war, nahmen das Christenthum an und herrsch-ten dann, nach Kijew zurückkehrend, daselbst bis zum J. 882. Hierstiessen viele aus Nowgorod kommende, mit Rurik unzufriedene Nowgo-roder zu ihnen. welche unter Führung eines gewissen W a d i n c o denRurik aus Nowgorod zu verjagen beabsichtigten, von ihm aber besiegtwurden. Bald nachher starb Rurik, 879, seinen minderjährigen SohnIgor unter Vormundschaft seines Verwandten Oleg hinterlassend.

Aufgebracht gegen die übermüthigen Nowgoroder, unterwarf Olegdiese Stadt und wandte sich dann mit Ig o r und seinen Genossen denDnjepr hinab zu Schiffe nach Süden, in den Städten und Gebieten derfünf nordischen Stämme seine Mannen mit ihrem Gefolge zurücklassend,um die Abgaben weiter zu erheben und sie im Gehorsam zu erhalten.Auf dem Wege nach Süden besetzte er Smolensk, Ljubetsch, nahm Kijewmit List und liess Askold und D i r umbringen (882). Hier in Kijew liesser sich nieder und befasste sich nun 15 Jahre hindurch mit der Unter-werfung der Drewljanen, Sjäverjanen, Rodimitschen, Uglitschen undTiwerzer, stellte das Maass der Abgaben fest für die nördlichen und süd-lichen Stämme (darunter 2000 Griwen oder 1000 Pfund Silber für denFürsten in Kijew und 1000 Griwen oder 500 Pfund Silber für die Leib-wächter in Nowgorod) und erbaute Städte zum Schutze der Grenzen seinerBesitzungen gegen die östlichen Nachbarn türkischen Stammes, welchedamals in den am Dnjepr gelegenen Ländern bereits die Petschenegenwaren. Im J. 907 führte Oleg mit einer ansehnlichen Heeresmächt aufdem Dnjepr und zur See mit einer Flotte einen Zug nach Constantinopelaus, dessen Resultat Friedensverträge mit der byzantinischen Regierung