1 48 n. Vom Tode Karl's d. Gr. bis zur Einführung der Feuerwaffen.
Schljachta oder der Adel hatte die Verpflichtung; zu Pferde zu dienen,und innerhalb des Reiches auf seine eigenen Kosten, — ausserhalb desReiches dagegen erhielt er Sold vom Könige. Der Letztere befehligtebisweilen selber sein Heer, bisweilen aber ernannte er einen oberstenBefehlshaber, H et mann, mit fast unbegrenzter Gewalt. Weitere Detailshierüber werden später noch gegeben werden (in der dritten Periode,1350—1618).
Die übrigen West-Slawen von der Ostsee und Elbe hatten in unauf-hörlichem erbittertem Kampfe gegen Frauken und demnächst gegen dieDeutschen seit dem Beginn des 8. Jahrhunderts bis zum 14. Jahrhunderthin sich allmählich mehr und mehr der Macht und dem Einflüsse dieserVölker unterworfen, deren öffentliche und Heeresverfassung angenommenund ihre eigene altslawische eingebüsst. Dieses Schicksal erlitten vorallen die Serben au der Elbe und in der Lausitz , welche im J. 968 vonden Deutschen überwältigt wurden, später als alle übrigen die Bodrit-schen und Ljutitschen, welche mit mehr Ausdauer als die andern sich denDeutschen und den mit ihnen verbündeten Datschen (Dänen) widersetzten(1 1 57—1168). Auf den Trümmern des von Deutschen ringsumschlossenenwestslawischen Reiches erhoben sich einzelne deutsche Staaten, darunterbesonders das Markgrafenthum Brandenburg, der Ursprung und Keimdes späteren Preussens (welches die ehemaligen Gebiete aller Nordwest-Slawen umfasst). Diese Ausdehnung der deutschen Oberherrschaft griffnoch weiter gegen Osten in die Länder über, in denen noch slawischeFürsten herrschten, nach Mecklenburg, Rana (Rügen ?) , Pommern undSchlesien.
Inzwischen hatten seit Ende des 11. Jahrhunderts die Polen unauf-hörliche Angriffe auf die See-Slawen (zu beiden Seiten der unteren Weich-sel) gerichtet und im 12. Jahrhundert sie unterworfen, dann aber nochhäufig Kriege gegen die sich empörenden Pommern geführt. Im 13. Jahr-hundert Hessen sie sich in Feindseligkeiten mit dem deutschen Ordenjenseits Pommerns ein, und Ende des 14. Jahrhunderts verloren sie diesesGebiet gänzlich.
Auf diese Weise waren um die Mitte des 14. Jahrhunderts alle Ge-biete der West-Slawen von Deutschen unterworfen, die Bewohner hattenihre slawische Nationalität eingebüsst, waren vollkommen germanisirtund die öffentliche und kriegerische Organisation der Deutschen hattesich bei ihnen festgesetzt. Polen allein hatte seine Unabhängigkeitbewahrt, dagegen nach Confession (römisch-katholisch), nach öffent-licher und Kriegsorganisation sich vollkommen dem westlichen Europaangeschlossen.