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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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140 II. Vom Tode Karls d. Gr. bis zur Einführung der Feuerwaffen.

ihren Aufgeboten zu Felde ziehen und ohne Widerrede dem königlichenFeldherrn folgen, wohin es auch gehen mochte, in die entferntesten Ge-genden , und zwar ihren eigenen Unterhalt selbst besorgend. 24 vonihnen waren königliche Statthalter in ebenso vielen Provinzen (Schupa-nien) und führten im Kriege die Contingente ihrer Provinzen.

Im Allgemeinen bestand bei den Süd-Slawen die altslawische Heeres-organisation, wonach das Land in Bezirke getheilt wurde, deren Auf-gebote (Contingente| unter Führung ihrer Aeltesten und später unter denfürstlichen oder königlichen Statthaltern oder Heerführern zum Kriegezogen, sich aber in jeder Hinsicht selbst unterhielten (Kleidung, Aus-rüstung, Nahrung u. s. w.). Hierbei hatte die ganze Kriegsorganisationeinen vorwiegend defensiven Charakter gegen äussere Feinde, weshalbauch die Grenzen durch Bergschlösser und befestigte (grösstentheils ausHolz) Städte gedeckt und von bewaffneten Volkswachen geschützt wur-den, während inmitten jeder Provinz sich ein solches Schloss oder Städt-chen als Haupt-Administrationspunkt derselben befand. In der Folgeaber begannen auch bei den Süd-Slawen allmählich einige der feudalenEinrichtungen der Kriegsorganisation von West-Europa Eingang zufinden.

§.51.Kriegswesen.

Die Süd-Slawen kämpften ursprünglich nach alter Gewohnheit zuFuss, mit Ausnahme nur der obersten Führer und der Unterbefehlshaber,welche zu Pferde fochten. In der Folgezeit waren, der häufigen Kriegehalber mit den benachbarten Völkern Tschechen, Polen und besonders -Ungarn, welche eine mehr oder minder zahlreiche Reiterei besassen,auch sie genöthigt, eine grössere Menge derselben zu stellen. Diese ihreReiterei bildete sich aus den vornehmsten und angesehensten Grund-besitzern, welche die meisten Mittel zur Unterhaltung der Pferde und zu-gleich auch der Ausrüstung und Bewaffnung besassen. Die Volkscontin-gente bestanden aus Fussvolk, das je nach den Mitteln der darin Dienendenausgerüstet und bewaffnet war.

Die Bewaffnung bestand im Allgemeinen, je nach den Mitteln derEinzelnen, aus Schwert, Lanze, Bogen und Pfeilen, Schleudern, Wurf-spiessen, Helm, Panzer und Schild, kurzum aus den mehr oder minder beiallen Völkern Europas zu jener Zeit üblichen Angriffs- und Vertheidi-gungswaffen. Dabei gab es bei den Volksaufgeboten private und allge-meine, fürstliche oder königliche Feldzeichen, erst heidnischer, späterchristlicher Art, und sogar kriegerische Musikinstrumente verschiedenerArt, hauptsächlich Trompeten und Hörner.