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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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122
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1 22 I. Bis zum Tode Karl's d. Gr. (814).

Richard knüpfte Unterhandlungen mit Saladdin an (1192), wurdeaber bald von den Kreuzfahrern gezwungen, nach Jerusalem zu ziehen,um es von den Sarazenen zurück zu erobern. Der Mangel an Proviantund die Belagerung von Jaffa durch Saladdin veranlassten Richardindessen zur Rückkehr nach Ascalon. Er schlug die ihn angreifendenSarazenen, befreite Joppe und schloss in Folge davon (September 1192)mit den Sarazenen einen Waffenstillstand auf 3 Jahre und 8 Monate unterfolgenden Bedingungen: die Seeküste von Jaffa bis Tyrus blieb im Be-sitz der Christen, Lydda und Ramla blieben getheilt im Besitze vonChristen und Sarazenen, Ascalon, Gaza und Darun sollten geschleiftwerden, die Christen durften freien Handel treiben und Jerusalem be-suchen .

Somit waren alle Anstrengungen des Abendlandes im 3. und 4. Kreuz-zuge , welche eine halbe Million Menschen gekostet hatten, nur mit demBesitze von Akkon und der Zerstörung von Ascalon belohnt, kläglicheResultate der Zwietracht und Zerwürfnisse unter den Kreuzfahrern, desniedrigen Eigennutzes derselben und des vollkommenen Mangels anKunst in ihren Entwürfen und Operationen.

§.43.Operationen in Palästina und Syrien (11931222).

In der Zeit von 1193 bis 1222 fanden drei einzelne Kreuzzüge inPalästina statt, welche ebenso erfolglos waren wie die zwei vorher-gehenden.

Im J. 1196 schickte der deutsche Kaiser Heinrich VI. ein Kreuz-heer, das er in Deutschland gesammelt hatte, nach Palästina, theils überUngarn und Constantinopel, theils über Italien und zur See. Die Sara-zenen wurden aus den Städten vertrieben, die sie in gemeinschaftlichemBesitz mit den Christen hatten. Malec-Adel, der Bruder und Nach-folger Sal ad din's, rächte sich hierfür durch Einnahme von Joppe undErmordung von 20,000 darin lebenden Christen, er wurde dann aber un-weit des von den Christen belagerten Berytus (Beyrut) besiegt. Sidon,Laodicea, Byblus und Gibelluni unterwarfen sich den Kreuzfahrern; einneues Kreuzheer, 40,000 Mann stark, kam aus Europa herbei, aber dieUneinigkeit der Führer vereitelte jede Aussicht auf Erfolg. Anstatt alleihre Kräfte zur Eroberung von Jerusalem zu vereinigen, verloren sieganz unnütz viele Zeit und belagerten endlich das unbedeutende SchlossToronum, den einzigen festen Punkt ander syrischen Küste zwischenAntiochien und Ascalon, welcher sich noch in den Händen der Sarazenenbefand. Das fälschliche Gerücht vom Anmarsch eines sarazenischenHeeres bewog die Kreuzfahrer zu schimpflicher Flucht nach Tyrus. Hier