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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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6. Die Kriege dieser Periode. 121

^eblicher Belagerung von Tyrus (1187) einen Angriff gegen Tripolisunternommen (1188), und umlagerte endlich das christliche Heer, wel-ches Akkon einschloss und nun selbst in die äusserste Bedrängniss ge-rieth (1190).

§.42.Der 4. Kreuzzug (11911192).

Unterdessen hatten die Könige von England, Richard (Löwen-herz), und von Frankreich, PhilippAugust, bei Vezelay in Frank-reich ein zahlreiches Kreuzfahrerheer gesammelt und sehr verständigeAnordnungen zur Aufrechthaltung von Ordnung und Mannszucht in dem-selben erlassen; im «Juli 1190 brachen sie nach Lyon auf, wo Richardsich nach Marseille, Philipp August sich nach Genua wandte. NachSicilien tiberschiffend, mischten sie sich in dessen innere Angelegenheiten,es kam darüber zum offnen Kampfe zwischen Beiden, endlich söhntensie sich aus und zogen, erst im April 1191, weiter: Philipp direkt nachAkkon, Richard aber zunächst nach Cypern, und von hier, nachdemer die Insel in Besitz genommen und den griechischen Kaiser Isaac ge-fangen fortgeführt hatte, gleichfalls nach Akkon (im Juni). Saladdinstand mit seinem starken Heere noch vor Akkon. Nach langem Haderüber die Wahl eines Königs von Jerusalem fiel diese auf GuidovonLusignan, welchem später Conrad de Montferrat folgen sollte.Nun endlich begann die Belagerung von Akkon durch beide Heere. DieBesatzung nebst den Einwohnern setzten sich lange und standhaft zurWehre; als aber alle Anstrengungen Saladdin's zur Entsetzung der Stadtvergeblich blieben, ergaben sich Jene, von Hunger und Krankheiten zumAeussersten getrieben (12. Juli). Saladdin zog sich nach Sephorimzurück und schloss Frieden mit den Kreuzfahrern. Kurze Zeit danachkehrte Philipp August für seine Person nach Frankreich zurück:Richard, der die Befestigung von Akkon wiederhergestellt hatte,brach den Frieden mit Saladdin. indem er treuloser Weise 2500 gefan-gene Sarazenen umbringen Hess, und zog mit 100,000 Mann nach Cäsarea,von der mit Vorräthen beladenen Flotte längs der Küste begleitet. Vonden Sarazenen unaufhörlich umschwärmt und beunruhigt, kamen dieKreuzfahrer nur langsam vorwärts, in der Nähe von Arsur sahen sie sichzu einem Treffen genöthigt, in welchem sie den Sieg lediglich der ausser-ordentlichen Tapferkeit Richard's verdankten. Nachdem die für wei-tere Unternehmungen günstige Jahreszeit bis zum Herbste mit Aufbauder zerstörten Stadt Jaffa (Joppe) gegen Willen und Wunsch R i c h a r d's nutzlos verstrichen war, unternahmen die Kreuzfahrer im Herbste ingleicher Weise die Wiederherstellung der geschleiften Stadt Ascalon.