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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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120 I. Bis zum Tode Karl's d. Gr. (814 .

digt hatte. Mit Jerusalem fiel nach 88jährigem Bestehen auch das König-reich Jerusalem.

§.41.Der 3. Kreuzzug (11881190).

Auf die Kunde von dem Falle Jerusalem's Hessen die Päpste Gre-gor VIII und nach ihm Clemens III. einen dritten Kreuzzug in Europapredigen. An diesem nahmen Theil der deutsche Kaiser Friedrich I.Barbarossa, eine Menge regierender Fürsten, die vornehmsten Adligenund Ritter, und viel Volks aus Deutschland, Frankreich und England.Um den Andrang der ärmeren Volksklassen zu hemmen, befahl Fried-rich I. für Deutschland, dass Niemand in das Kreuzheer aufgenommenwerden sollte, der nicht die Waffen zu führen und die nöthigen Geldmittelauf zwei Jahre wenigstens aufzubringen vermöge. In Frankreich undEngland wurden die nicht am Zuge Theilnehmenden verpflichtet, für dieärmeren Kreuzfahrer von ihrem Einkommen den sogenannten Salad-d i n - Z e h n t e n zu entrichten. Im Frühj ahr 118 9 brach F r i e d r i c h mit20,000 Rittern und 60,000 Mann Fuss-und verschiedener andrer Truppenvon Regensburg auf der Donau und zu Lande nach Wien auf, wo seinHeer bereits auf 50,000 Ritter und 100,000 Kämpfer zu Fuss angewach-sen war, und weiter nach Ungarn; hier wurde er mit Freundlichkeit, inSerbien, Bulgarien aber und besonders seitens des griechischen Reichesmit äusserster Unfreundlichkeit aufgenommen. Unterhandlungen mitdem griechischen Kaiser IsaacII. Angelus hielten das Heer Fried-rich's elf Wochen in der Gegend von Philippopel und den ganzenWinter zwischen Philadelphia und Constantinopel auf. Nachdem endlichzu Anfang des Jahres 1190 ein Vertrag mit Isaac IL abgeschlossen wor-den, schiffte Friedrich nach Klein-Asien über, nur noch 82,000 Com-battanten stark, und zog über Laodicea und Nicopolis in grösster Ord-nung und Geschlossenheit nach Jconium. Von den leichten Truppen desSultans von Iconium umschwärmt, hatten die Kreuzfahrer alle Arten vonEntbehrungen zu ertragen, schlugen aber, trotz der schwersten von ihnengeforderten Anstrengungen, zweimal die Sarazenen bei Iconium undnahmen diese Stadt ein. Während ihres Weitermarsches von Iconiumnach Laranda und Seleucia am Calicadnusfluss betraf das Kreuzheer dasUnglück, ihren vortrefflichen Anführer Friedrich zu verlieren, welcherin dem Flusse ertrank. Sein Tod raubte dem He'ere allen Muth; einTheil desselben kehrte nach Europa zurück, der Rest unter Führung vonFriedrich's Sohn, dem Herzog Fr iedrichvon Schwaben, zog überAntiochia und Syrus nach Akkon, wo er sich mit den diese Stadt be-lagernden Christen von Palästina vereinigte. Saladdin hatte nach ver-