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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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118 I. Bis zum Tode Karl's d. Gr. (814).

Nachdem er an den Ufern des Mäander (1148) das Heer des Sultansvon Iconium geschlagen, wurde Ludwig VII. seinerseits bei Laodiceavon diesem besiegt, setzte indessen seinen Marsch fort. Die Strenge desWinters verursachte den Kreuzfahrern auf dem Zuge durch Pisidiengrosse Verluste an Menschen und Pferden. In Atalea, an den Küsten vonPamphylien, setzte Ludwig VII. sich mit kaum dem vierten Theil seinesHeeres auf eine kleine Zahl von dort vorgefundenen Schiffen und segeltenach Antiochia'und von hier nach Jerusalem. Kaum war er fort, sowurde der grösste Theil der zurückgebliebenen und von den Griechen andie Sarazenen verrathenen Truppen durch die Letzteren niedergemacht;wenige nur retteten sich nach Antiochia. Auf diese Weise waren dieKräfte der Kreuzfahrer schon vor Beginn der Hauptactionen so erheblichgeschwächt, dass es unmöglich war, irgend etwas Wichtiges zu unter-nehmen. So beschränkten sich die Operationen der Kreuzfahrer auf dennutzlosen Zug von Tiberias'über Paneas und den Libanon gegen Damas-cus und auf die Belagerung dieser Stadt, welche die Kreuzfahrer infolgeihrer Uneinigkeit aufgeben mussten, wonach sie den Rückzug mit Ver-lust antraten. Ludwig und Conrad kehrten nach Europa zurück,und der zweite Kreuzzug endete ohne den geringsten Erfolg und Nutzen,theils infolge der Politik der Griechen, theils infolge der Streitigkeitenunter den Kreuzfahrern, den Christen von Palästina und Syrien, undtheils infolge der unklugen Massregeln der obersten Heerführer. Aus-serdem hatte dieser Kreuzzug die nachtheilige Folge, dass er die hoheMeinung zerstörte, welche der erste Kreuzzug den Sarazenen über dieKreuzfahrer beigebracht hatte.

§.40.Operationen in Palästina und Syrien (11501187).

Von 11501187 führten die Christen in Palästina und Syrien un-aufhörliche Kriege mit den syrischen und ägyptischen Sarazenen undunter einander. Ihre gefährlichsten Gegner waren Nur eddin undSalah-ed-din (Saladdin), der Sultan von Aegypten, dessen hohepersönliche Eigenschaften ihn nach dem Tode Nureddin's (1173) zummächtigsten Sarazenenbeherrscher in Syrien und Aegypten machten. Indem ersten Zusammenstosse mit den' Christen bei dem Berge Gizard un-weit Ascalon w,urde er zwar besiegt. Allein im folgenden Jahre brachteer ihnen selbst eine Niederlage bei und benutzte dann den mit ihnen ab-geschlossenen Waffenstillstand, um sich erheblich zu verstärken.

Als die Christen diesen Waffenstillstand treulos brachen (1187). warder Anlass zum Kriege gegeben, welcher mit dem Falle von Jerusalemund damit zugleich des Königreiches Jerusalem endete. Guy de Lusig-