116 I. Bis zum Tode KaiTs d. Gr. (814).
und Robert von der Normandie mit einem Theile der Truppen, ohneauf Hindernisse zu stossen und reichlich, mit Lebensmitteln versehen überCäsarea und Hamma nach Emmessa auf, nahmen Antaradus und belager-ten Arka. Im März folgte ihnen die Hauptmacht der Kreuzfahrer (kaumnoch 125,000 Mann) über Laodicea. Bald danach wurde der Beschlussgefasst, ohne die vonAlexius Komnenus versprochenen Hilfstruppenabzuwarten, die Belagerung von Arka aufzuheben und nach Jerusalemzu ziehen. Immer längs der Küste ziehend langten die Kreuzfahrer (nurnoch 20,000 Mann und 1500 Ritter an der Zahl) über Berytus, Sidon,Tyrus. Ptolemais (Akkon), Cäsarea, Eleutheria, Ramla und Mcopolis(Emmaus) endlich vor Jerusalem an, das von 40,000 Mann des ägypti-schen Sultans Mosta-Abdul-Kasem besetzt war, schlössen es am7. Juni auf der West- und Nordseite ein und unternahmen nach 5 Tagenden ersten Sturm. Während der Belagerung wurde eine genuesischeFlotte, welche Lebensmittel nach Palästina führte (die Republik Genuahatte die Lieferung des Unterhalts für die Kreuzfahrer für sich übernom-men), durch die ägyptische Flotte theils genommen, theils zerstreut. EinRest derselben kam jedoch in Jaffa an, und die nun mit Lebensmittelnversorgten Kreuzfahrer setzten die Belagerung mit neuer Kraft undTapferkeit fort. Die Kunde von dem Anrücken eines ägyptischen Heeresbewog sie zur Beschleunigung der Einnahme von Jerusalem, welche Stadtnach zweitägigem blutigem Kampfe am 15. Juli erstürmt wurde. Gott-fried ward einstimmig zum Könige des neuen KönigreichesJerusalem erwählt; bald danach zog er mit 15,000 Mann Fussvolksund 5000 Rittern nach Jaffa und Ascalon dem zahlreichen Heere(100,000 Mann zu Pferde und 40,000 Mann zu Fuss) Abdul Kasein'sentgegen, welches unter Führung des Veziers Abdul (Afdal) zurWiedereroberung von Jerusalem und zur Vernichtung der Christen heran-rückte. In der hieraus entstehenden Schlacht bei Ascalon (12. Aug. 1099)wurde das von den Kreuzfahrern von vorn, von Gottfried und Rai-mund im Rücken und aus einem Versteck hervor angegriffene ägyptischeHeer geschlagen, von Ascalon abgeschnitten und theils aufgerieben,theils ins Meer geworfen und'verlor an 33,000 Menschen; der Rest ent-kam durch die Flucht.
Der Sieg bei Ascalon rettete das neue Königreich, aber die danachausbrechenden Streitigkeiten bei den Kreuzfahrern brachten es dem Un-tergange nahe. Trotz seiner Schwäche (etwa an 200 Ritter und 2000 M.bewaffnetes Fussvolk) wusste Gottfried sich in Ascalon, Assur undandern Städten fest zu setzen und in dem ganzen umliegenden Lande sichzu behaupten, —unglücklicherweise starb er bald nachher J. 1100). Aufdem Throne von Jerusalem folgte ihm sein Bruder Balduin.