114 I. Bis zum Tode Karls d. Gr. (814).
10,000 Ritter) in 5 Abtheilungen und 3 Richtungen auf. Gottfried v.Bouillon zog mit der einen Abtheilung, hinter ihm Bohernund vonTarent mit der zweiten, und endlich Graf Robert von Flandernmit der dritten durch Ungarn und Bulgarien, Graf Raimund von Tou-louse mit der vierten durch Dalmatien nach Constantinopel. In denSchaaren Gottfried's von Bouillon herrschte strenge Disciplin undblieben sie daher geordnet. Zerwürfnisse, welche in Constantinopel zwi-schen den Kreuzfahrern und dem griechischen Kaiser Alexius Ko-liineuus ausbrachen, wurden durch die verständigen Massregeln Gott-fried's beseitigt. Sich und sein Heer unter die Lehrishoheit des griechi-schen Kaisers stellend, rückte Gottfried durch Bithynien und bezogbei Pelekanum ein Lager. Aber bald trat die Feindseligkeit der Griechenklarer hervor: das Heer Bohemund's von Tarent wurde von den Grie-chen aufgehalten und sogar beinahe auseinander gesprengt. Die TruppenRaimund's von Toulouse hatten auf ihrem Zuge durch Dalmatien fort-währende Kämpfe mit Slawen und Petschenegen. Der 5. Heerestheilendlich unter dem Befehle des Herzogs Robert von der Normandiedurchzog Italien, überwinterte in Apulien, setzte im Frühjahr von Brin-disi nach Durazzo über und schlug von hier den Weg nach Constantino-pel ein Alle diese verschiedenen Abtheilungen des Kreuzfahrerheeressetzten , nachdem sie in Constantinopel eingetroffen, nach Klein-Asienüber und vereinigten sich in Bithynien mit Gottfried. Als Alle'beisammenwaren, beliefen sich die vereinten Streitkräfte mit Einschluss der Schaa-ren Peter's des Einsiedlers auf 100,000 Kreuzritter und 200,000 Kreuz-fahrer zu Fuss, und ausser diesen Combattanten waren noch an 20,000Weiber, Kinder, Mönche, Geistliche und verschiedene andre Personendabei. Der Oberbefehl wurde dem Alexius Komnenus angetragen,er nahm ihn aber nicht an und schlug dazu seinen Feldherrn Tatikiosvor. Dieser Letztere befehligte indessen nicht das Heer, dessen Opera-tionen ein aus den hervorragendsten Führern der Kreuzfahrer gebildeterKriegsrath leitete. Dieser Rath beschloss. die Feindseligkeiten durcheinen Einfall in das Gebiet von Kilidsch- Arslan, Sultan von Ico-nium, und durch die Einnahme von Nicäa zu eröffnen. Zweimal von demKreuzheere geschlagen, zog Kilidsch-Arslan sich in seine rückwär-tigen Provinzen zurück, um dort neue Truppen zu sammeln, die Kreuz-fahrer belagerten Nicäa. Nach einer Belagerung von 7 Wochen warNicäa dem Falle nahe, durch Verrath aber kam diese Stadt in den Besitzvon Alexius Komnenus. Nun brach das Heer der Kreuzfahrer. welchesdie Absicht hatte, über die Gebirgszüge Klein-Phrygiens zu gehn, behufsleichteren Unterhalts in 2 Colonnen auf, und näherte sieb von rechts undlinks dem Thale von Gorgoni in der Ebene von Doryläum. Kilidsch-Arslan griff mit einem zahlreichen Heere (welches nach Angabe der