6. Die Kriege dieser Periode. i \ 3
men wünschten (am meisten aus Frankreich und Italien, weniger ausDeutschland, am wenigsten aus England und Spanien), war so bedeutend,dass alle Anstrengungen des Papstes, in das Heer der Kreuzfahrer nursolche Personen aufzunehmen, welche fähig waren. die Waffen zu tra-gen und zu kämpfen, vergeblich waren. Daher kam es, dass in denersten Kreuzheeren die Hälfte aus unnützen und sogar schädlichen Leu-ten bestand. Unter den Kreuzfahrern befand sich kein einziger Regent,dagegen sehr hervorragende fürstliche Personen: Gottfried v. Bouil-lon . Herzog von Lothringen , mit seinen Brüdern B a 1 d u i n und E u -staph, die Grafen: Robert von der Normandie, Raymund vonToulouse und Bohemund von Tarent, des Letzteren VerwandterTancredu. A., und eine Menge vornehmer Ritter und Adliger nebstihren Lehensleuten.
Im Frühjahr 1096, zu derselben Zeit als Peter der Einsiedlerin Cöln die Schaarcn der Kreuzfahrer sammelte, brach ein gewisser Wa 1-ter (gen. von Habenichts) in Begleitung einer Menge von Leuten ver-schiedenster Art zu Fuss, welche den Aufbruch des Kreuzheeres nichthatten abwarten wollen, nach dem heiligen Lande auf. Nachdem sieWengrien (Ungarn) in Ordnung durchzogen hatten, legten die SchaarenWalter's, welche an Allem Mangel litten, sich in Bulgarien aufs Plün-dern und wurden von den Bulgaren zersprengt. Walter setzte mit denTrümmern den Zug durch Thracien nach Constäntinopel fort, wo er aufPeter den Einsiedler wartete.
Die zu dem Letzteren gestossenen Kreuzfahrer, an60,000Mann, wo-runter eine Menge Unbrauchbarer, zogen in der gleichen Weise in Ord-nung durch Ungarn, und in Unordnung durch Bulgarien, nahmen undplünderten Semlin. zwischen Semlin und Nizza ^h. Nisch) machten aberdie Bulgaren einen grossen Theil derselben nieder. Die Uebrigen setztenden Marsch nach Constäntinopel fort, setzten nach Klein-Asien über,lagerten sich bei Kibotus unweit Helenopolis und verweilten hier zweiMonate, Streifzüge nach Nicäa hin ausführend, der ersten Stadt, welcheam Wege der Kreuzfahrer zum heiligen Lande in der Hand der Sarazenenwar; sie wurden aber grösstentheils von den Sarazenen besiegt.
Hinter den Schaaren Peter's des Einsiedlers folgten neueHaufen von Kreuzfahrern, welche bei dem Zuge durch Ungarn und dieBulgarei sich der Plünderung und Unordnung überliessen, geschlagenund theils aufgerieben wurden, theils zurückkehrten, sodass nur einkleiner Theil von ihnen Constäntinopel erreichte.
Nach diesen, in gesonderten Haufen zu verschiedenen Zeiten und inUnordnung zum heiligen Lande ziehenden Kreuzfahrern, welche nur einenutzlose Vergeudung von Menschen erzielten, brach endlich Mitte August1096 aus Deutschland das Hauptheer (etwa 80,000 Mann zu Fuss und
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