5. Kriegsorganisation und-Kunst in West-Europa etc. 107
deten sie ihr eigentliches, das türkische Reich, welches im tl. Jahrhun-dert unter der Regierung der Sultane TogrulBegh, AlpArslan undMalekschah seine Grenzen von Samarkand und den Steppen Mittel-Asiens bis zum Bosporus und den Dardanellen, Libyen und dem indischenOcean erweiterte. Bald aber entstanden auch in diesem Reiche innereUnruhen und Bürgerkriege, und es zerbröckelte in viele unabhängigeHerrschaften, welche theils von Sultanen, theils von Atabeken undvon Emiren regiert wurden. Die bedeutendsten Vasallen zur Zeit derKreuzzüge waren: das Reich von Bagdad, von Persien, von Aegypten,von Syrien und das Reich Iconium in Klein-Asien. Von diesen wurdendas ägyptische und syrische, zugleich mit Palästina, zu Ende des12. Jahrhunderts durch den Sultan Salah-ed-din Saladdin), denStifter der Ajubiden-Dynastie, zu einem Reiche vereinigt. Aber schon1254 wurde diese Dynastie durch die Mameluken (von dem arabischenWorte mamluk, d. h. Sclave), die 12,000 Mann starke berittene Leib-wache der ägyptischen Sultane, vom Throne gestossen, die in der erstenHälfte des 13. Jahrhunderts von dem ägyptischen Sultan Malek-Salech*) aus der Dynastie der Ajübiden gebildet worden war. Erhatte denselben eine geregelte Kriegsorganisation gegeben und militäri-sche Disciplin bei ihnen eingeführt. Bald aber wurden sie den ägypti-tischen Sultanen selber furchtbar, sie empörten sich, erschlugen 1254 denletzten Sultan, Tu ran- Schah, aus der Ajubiden-Dynastie und hobenihren Anführer Iss-ed-din 'oder Ibegh) auf den Thron, welcher die'erste Mameluken-Dynastie derBahariden begründete See-Anwohner).Diese herrschte bis zum J. 1382 über Aegypten und Syrien, wo sie durchDewlet-el-Mjulk Bördschi vom Thron gestossen wurde, welcherdie zweite Dynastie der Mameluken, der Tscher akisseh Tscher-kessen) gründete.
Unter der Regierung ihrer eigenen Sultane führten die Mamelukenin Aegypten eine militärische Verwaltung ein, ähnlich der west-euro-päischen Feudal-Organisation, und durch die allmähliche Ausbreitungihrer Eroberungen machten sie der Herrschaft der Kreuzfahrer im Orientein Ende.
Solchergestalt waren die Türken und später die Mameluken seit dem11. bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts das wichtigste und mächtigsteVolk in West-Asien und Nord-Afrika, und gegen sie richtete sich auchim Orient zur Zeit der Kreuzzüge der Stoss des Abendlandes, das sichgewaffnet hatte, um ihnen Jerusalem und das heilige Land zu ent-reissen. Sie bieten zu dieser Zeit in militärischer Hinsicht folgendeHauptzüge dar.
n. A. Nodschmaddin. A. d. Uebers.