106 I. Bis zum Tode Karls d. Gr. (&14).
Beschäftigung von mehreren gelehrten Leuten mit denselben führteschliesslich zur Anwendung derselben im Kriege vermittelst der Feuer-waffen.
Auf diese Weise waren die Araber die vermittelnde Ursache zurUebertragung des Geheimnisses der Brandmassen nach Europa, nach-dem dasselbe schon lange vorher den Chinesen bekannt gewesen war.Die Araber selbst scheinen seit dem 10. Jahrhundert im Kriege sowohlBrandstoffe, als auch verschiedene Arten von Maschinen zu deren Fort-schleudern angewendet zu haben, so u. a. auch zur Zeit der Kreuzzüge,hauptsächlich in deren letzter Hälfte. Aber alle diese Brandmassen, vom8. Jahrhundert an, waren stets unter der einen allgemeinen Bezeichnunggriechisches Feuer bekannt.
§.35.Die Türken.
Die Türken oder Turkvölker (s. §. 20) waren zuerst aus ihren ur-sprünglichen Nomadenwohnplätzen zwischen dem Altaigebirge und demKaspischen Meere in das Land zwischen dem heutigen Tübet. Sibirienund dem Aralsee übergesiedelt und nannten es Turkestan (bei denPersern Turan). Hier theilten sie sich in die östlichen oder Uiguri-sehen (heute Turkmenen), und in die westlichen oder Oghusischen^eute Osmanli, Türken . Der Stammvater der Ogusischen, — OghhusChan, der sie vom Götzendienst zum Monotheismus bekehrte und ihnenCivilisation, Macht und Ruhm brachte, unterwarf Turkestan und gründeteseine Hauptstadt in Jassa. Von seinen sechs Söhnen theilten sich drei indie östliche, drei in die westliche Hälfte des Reiches. Von den Letzterenstammen die oghusischen Türken, Seldschuken und Osmanli. Unterdiesen gelangten die Seldschuken bald zur Herrschaft über die anderenStämme und gründeten fünf getrennte Reiche , welche in Folge unauf-hörlicher Zertheilungen und innerer Kriege endlich ermatteten, in Verfallgeriethen und von den Mongolen unterworfen wurden (wovon an seinerStelle weiter die Rede sein wird).
In dieser Periode glichen die bei den Khalifen von Bagdad in Soldstehenden und als Leibwache dienenden Türken durch ihren aufrühreri-schen Geist, ihre Willkür, Frechheit und Unverschämtheit vollkommenden römischen Prätorianern. Ihre Anführer, Emir-al-Omrah, rissengleich den Präfekten der Prätorianer die höchsten Civil- und Militär-ämter an sich, setzten Khalifen auf den Thron und wieder ab und be-raubten , nachdem sie sich durch neue stammverwandte Ankömmlinge,die seldschukischen Türken, verstärkt hatten, die Khalifen gänzlich derweltlichen Macht, ihnen nur noch die geistliche belassend. Endlich bil-