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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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100 ! Bis zum Tode Karl's d. Gr. ,814).

doch die eigentliche Kunst ihrer Anwendung auf niedrigerer Stufe, alsdamals und als gleichzeitig bei den Griechen des byzantinischen Eeiches.Von diesen Letzteren ging sie zu den Sarazenen und spanischen Maurenüber, und erst von diesen dann zu den christlichen Völkern West-Europas. Unter diesen waren in Angriff und Vertheidigung der Städte,wie in der Construction von Belagerungs- undyertheidigungs-Geschützenund Maschinen besonders die Italiener geschickt, und von diesen wiederumhervorragend die Pisaner und die Genuesen.

§.32.Brennende Substanzen, griechisches Feuer.

Eine ausserordentlich interessante Erscheinung bildet in dieserPeriode die sich nach und nach überall in Europa, zuerst im Osten beiden Griechen, dann auch im Westen verbreitende Anwendung von bren-nenden Substanzen in ganz anderer Weise als im Alterthume. Anfangs-und Ausgangspunkt derselben wird später noch an seiner Stelle erwähntwerden; hier ist nur im Allgemeinen zu bemerken, dass die Kenntnissund der Gebrauch solcher Substanzen im 8. und 9. Jahrhundert von denChinesen zu den Arabern, von diesen zu den Griechen, den spanischenMauren und endlich zu den westeuropäischen Völkern gedrungen war,bei welchen sie im 13. und in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts sichbereits ziemlich weit verbreitet hatte. Die ursprünglichen Brand-substanzen bei den Arabern und Griechen enthielten ein Gemisch vonSchwefel, Harz foder Pech), Naphta, vegetabilischen Oelen, Metallen undEiweiss und Eigelb. Ausserdem weist Marcus Graecus in seinemWerke: Liber ignium ad comburendos hostes zu Ende des13. Jahrhunderts auch aufbrennende Substanzen mit Salpetergehalt hin,welche aus 1 Pfund Schwefel, 1 Pfund Kohle und 6 Pfund Sal-peter bestanden, also ganz wie das spätere Pulver. Diesen brenn-baren Stoff hatte Marcus Graecus wahrscheinlich von den Arabernkennen gelernt und ihn dann auf den von ihm erfundenen Feuer-Schiess-apparat Rakete und Petarde übertragen, welche sich bereits inder zweiten Hälfte des 13. und der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts inWest-Europa verbreiteten. Aber bis zu diesem Zeitpunkte spielte seitdem 8. Jahrhundert bei den Griechen das durch seine Benennungund Wirkung im Abendlande berühmt gewordene sogenannte griechi-sche Feuer eine grosse Rolle. Die Bestandtheile desselben warennach Marcus Graecus Schwefel, Weinstein, Pech (Harz), Kochsalz,Naphta und vegetabilische Oele, alles zusammen gekocht. Die in dieseMischung getauchte und angezündete Hede (Werg) war, nach des MarcusGraecus Angabe, nicht anders wieder zu löschen als durch Urin, Sand