82 I- Bis zum Tode Kaii's d. Gr. (814).
einen Theil seiner Truppen zur Verteidigung von Constantinopel, einenandern unter seines Bruders T h e o d o r Befehl gegen S a i s, mit dem drittenTheil rückte er selbst in Lazica oder Lazien ein und dann in nördlicher Rich-tung am Phasisflusse entlang (Rion). Hierbei stiess er auf eine in Persieneinen Einfall machende Abtheilung turezkischer Krieger (Chazaren),mit welchen er einen Vertrag schloss, worauf sie ihm 40,000 MannHulfsreiterei stellten, und im Verlaufe des Jahres 626 hatte er alle vonden Persern eroberten festen Plätze in Armenien, Mesopotamien undSyrien wieder in seine Gewalt gebracht. Inzwischen hatten die Türken,von der Seite des Oxusflusses her, Persien bedroht, und des HeracliusBruder T h e o d o r in Klein-Armenien den S a i s besiegt; die Besatzungvon Constantinopel leistete tapferen und hartnäckigen Widerstand undbediente sich der Kriegsmaschinen mit solchem Geschick, dass die Ava-ren und Slawen endlich die Belagerung aufhoben, ihre Belagerungs-maschinen im Stiche Hessen und mit Verlust abzogen, die griechischeFlotte aber verwehrte den Persern, jenen zu Hülfe zu kommen. DurchGlück und Muth der äussersten Gefahr entgangen, welche zu Anfang desFeldzuges ihm drohte, bezog Heraclius in der medischen ProvinzAtropatene Winterquartiere.
Im J. 627 gelang es Heraclius. durch den Beitritt der Chazaren(welche in Tauris und an der Nordküste des schwarzen Meeres wohnten)und eines mit Chosroes unzufriedenen persischen Satrapen, welcher seinHeer mit Heraclius vereinigte, seine Streitmacht auf 70,000 Mann zubringen. Er zog sie bei Edessa zusammen, überschritt den Araxes undTigris und fiel rasch in Assyrien ein. Bald wollten indessen die Chazarenihm nicht mehr folgen und wurden deshalb von ihm entlassen. Rhazates,der die Grenze von Assyrien decken sollte, zog sich vor ihm zurück, wicheinem Kampfe aus, beunruhigte ihn durch häufige Angriffe, und machteendlich bei den Ruinen von Ninive beim Einfluss des Zabin den Tigris Halt,Verstärkungen aus Persien erwartend. Als er von Chosroes den bestimm -ten Befehl erhielt, Heraclius eine Entscheidungsschlacht zu liefern,schickte er sich hierzu an; Heraclius aber kam ihm zuvor, und in dernun stattfindenden Schlacht ,(1. December), welche vom Morgen bis spätin die Nacht währte, wurde er nebst den beiden andern persischen Feld-herrn getödtet, sein Heer aufs Haupt geschlagen. Heraclius wurdeverwundet, verfolgte aber trotzdem mit Ungestüm die Ueberbleibselder geschlagenen Armee, rückte bis Astagarda (Artemita), zweitenHauptstadt des Chosroes, übergab sie der Plünderung und brach nachCtesiphon, der alten Residenz der Parther, auf. Die geschlagene Armeedes Rhazates suchte, nachdem die Verstärkungen aus Persien zu ihr ge-stossen waren, den Marsch des Heraclius aufzuhalten, wurde aberzurückgedrängt und rückte an den Arbafluss. Nach Astagarda und