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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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4. Die bemerkenswerthesten Feldziige dieser Periode. 8f

Im J. 624 hatte Chosroes aus Klein-Asien, Syrien, Aegypten,Persien und Indien ein Heer zusammengezogen und 3 starke Armeenaufgestellt, von denen 2 unter den Befehlen der Feldherren Sarbar undSarablagas die Winterquartiere des Heraclius überfallen sollten.Sie konnten aber nur die aus Albanien nach Medien führenden Pässe be-setzen. Heraclius ging im Frühjahr zwischen dem hyrkanischen Ge-birge (Azerbeidjän) und dem kaspischen Meere durch und brach inMedien ein, vor sich den Sarablagas und hinter sich den Sarbar.Zuerst griff er den Ersteren an und schlug ihn. Dieser vereinigte dieTrümmer seiner geschlagenen Armee mit der Sarbar's und Beidegriffen nun H e r a c 1 i u s an, da sie ihn vor dem Eintreffen des mit einem3. persischen Heere heranrückenden Sais zu schlagen wünschten; sieerlitten aber eine Niederlage. Dann wandte Heraclius sich gegenSais, schlug auch ihn, in Folge aber der Verluste in diesen Schlachtenund des Abzugs der lazischen und andern Hülfstruppen sah er sein Heerauf die Hälfte zusammengeschmolzen. Während dessen hatten Sais undSarablagas die Trümmer ihrer besiegten Armeen gesammelt, siewaren immer noch dem Heere des Heraclius überlegen und bedrängtenihn mächtig. Heraclius aber marschirte in solcher Ordnung und sovorsichtig, dass die Perser nirgends den geringsten Vortheil über ihn zuerlangen vermochten. Mit Einbruch des Winters zog ein Theil der per-sischen Truppen unter Sais sich in die Festungen von Medien und Ar-menien, Sarbar aber ging in die reiche Stadt Salbana in Albanien. Inheimlichen forcirten Märschen rückte Heraclius eben dahin, erstürmteSalbana, zerstreute die Besatzung, vertrieb das Heer des Sais, und be-zog in dem fruchtbaren Albanien Winterquartiere. »

Im Frühjahr 625 ging Heraclius aus Albanien über den Tigrisund die feste Stadt Amida durch Mesopotamien, über den Euphrat unddie amanischen (knrdistanischen) Gebirge nach Cilicien, wo er Haltmachte, um den Zustand seiner Reiterei zu verbessern. Sarbar folgteihm über den Euphrat, am Sarusflusse wurde er aber von Heracliusgeschlagen; es gelang ihm erst hinter dem Euphrat sein zerstreutes Heerzu sammeln, er zog sich nach Persien zurück, und Heraclius kehrtenach Cappadocien an die Halysufer zurück.

Im J. 626 gelang es Chosroes drei starke Heere zu sammeln undaufzustellen. Das eine derselben (darunter die goldene Schaar derköniglichenLeibwache) unter des Sais Befehl war zur Operationgegen Heraclius selbst bestimmt. Das 2. unter Rhazates sollte dieVereinigung des Heraclius mit dem von seinem Bruder Theodor be-fehligten Corps verhindern. Die 3. Armee endlich, von Sarbar befeh-ligt, sollte gegen Constantinopel operiren, welches zu dieser Zeit vonAvaren und Slawen belagert wurde. Heraclius bestimmte seinerseits

Galitzin, Allgem. Kriegsgeschichte II. 1. g