4. Die bemerkenswerthesten Feldzüge dieser Zeit. 77
entkamen nach Pavia. Narses zog in Eom ein und brachte eine Mengevon den Gothen besetzter Städte in seine Gewalt. Im J. 553 belagerte erdie Stadt Cumae in Süd-Italien. in welcher die Schätze der Gothen auf-bewahrt wurden. Auf die Nachricht, dass der neue Gothenkönig T ej amit einem Heere von Pavia zum Entsätze von Cumae aufgebrochen sei,stellte er sich auf dessen Wege am Fusse des Vesuv auf. Zwei Monatestanden sich beide Heere gegenüber unter täglichen kleinen Schar-mützeln. Endlich schnitt Narses den Gothen die Zufuhr vom Meereab, und durch Hunger aufs Aeusserste gebracht, waren sie gezwungen,eine Schlacht zu liefern. Zwei Tage dauerte dieselbe, es wurde mit gröss-ter Tapferkeit und Erbitterung gekämpft; am dritten Tage aber ergabensich die Gothen, welche ungeheure Verluste erlitten hatten und derenKönig gefallen war, unter der Bedingung, dass sie als Bundesgenossenund nicht als Gefangene behandelt würden, und versprachen, Italien zuverlassen. Ein gothisches Corps von 1000 Mann, das diese Bedingungennicht eingehen wollte, schloss sich in Pavia ein und bat die Franken umHülfe. Zwei Fürsten der Letzteren, die Brüder Bucelin und Leutha-ris oder Lothar, versammelten ein Heer von 70—75,000 (nach einigenAngaben sogar 100,000) Franken und Alemannen, gingen über die Alpenund marschirten an den Po. Narses, der Cumae belagerte, verwandeltediese Belagerung in eine Einschliessung, entsendete den Heruler Ful-caris mit einer starken Truppenmacht zum Po, um die Franken aufzu-halten, er selbst wendete sich mit dem Rest nach Toscana und belagerteLucca: Florenz, Pisa und ändere Städte Toscana's unterwarfen sich ihmfreiwillig. Die Franken aber besiegten bei Parma den Fulcaris, be-mächtigten sich fast ganz Nord-Italiens, gingen (554) über die Appenni-nen und drangen in Mittel-Italien ein, das Land furchtbar verheerend.Rom vermeidend, zog Bucelin mit einem Theil des Heeres an derWestküste Italiens entlang durch Campanien, Lucanien und Bruttien bis-zur Meerenge von Messina, Leutharis mit dem andern Theil längs derOstküste durch Apulien und Calabrien, von wo er bald danach mitBeute beladen den Rückweg über den Po antrat. Bucelin. welcherhoffte, zum König der Gothen gewählt zu werden, blieb in Süd-Italien,aber Krankheit und Sterblichkeit unter seinen Truppen zwang auch ihnschliesslich, nach Nord-Italien zurückzugehen.
Mit 30,000 Mann am Flusse Casilinum angelangt, bezog er jenseitsdesselben (bei Capua nova eine feste Stellung, die rechte Flanke durchden Fluss gedeckt, das Centrum und die linke Flanke durch bis zurHälfte mit den Rädern in die Erde eingegrabene Wagen und einen drei-fachen Zaun gesichert. Ueber den Fluss hatte er eine Brücke geschlagen,zu deren Schutze er am anderen Ufer einen hölzernen Thurm errichtete.Narses, der ihm mit 18,000 Mann entgegen zog. stellte sich am andern