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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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76 I. Bis zum Tode lüul's d. Gr. SU,.

stantinopel abberufen, sein Leben in Ungnade in der Verbannung be-schloss.

Die Kriegsgeschichte bietet wenig Beispiele von gleicher Ausdauerim Kampfe mit so vielen Hindernissen, Mühen und Widerwärtigkeitenund dessenungeachtet von so vielem Geschick und Erfolge, wie das B e -lisar's, welchem der Ruhm eines bedeutenden, aber unglücklichen Feld-herrn gesichert ist. Um die ganze Grösse der Kriegsthaten Be lisar's zuschätzen, muss man erwägen. in welch' traurigem Zustande sich zudieser Zeit die Heeresorganisation, der moralische Geist und die Disciplinder Truppen des byzantinischen Reiches befand, mit welchen geringenMitteln B e 1 i s a r überall den Krieg führte gegen Heere, welche zwar wenig-geschult, aber zahlreich waren, welche Hindernisse er bei jedem Schrittezu überwinden hatte, wie er nicht einen einzigen Krieg, den afrikani-schen ausgenommen, zu Ende fuhren konnte, und niemals den Oberbefehlüber das Heer bis zuletzt behielt, ohne abberufen zu werden, wie er nie-mals zu rechter Zeit und in genügender Weise unterstützt wurde, und inwelchem Maasse er trotz alledem es verstand, Ordnung und Disciplin her-zustellen, den Muth seiner den verschiedensten Nationalitäten angehören-den Truppen zu beleben, besonders sie in strenger Zucht zu halten undihnen Liebe und Vertrauen zu ihm einzuflössen, und welche Erfolge er inAfrika namentlich, aber auch in Italien erfocht, wo er das gothischeKönigreich zerstörte.

§.22.Die Feldzüge des Narses (551554).

Im J. 551 erhielt Narses den Befehl, den Krieg in Italien gegenTotila zu führen. Nachdem er in Thracien und Illyrien ein Heer ge-sammelt, das er noch durch Söldnerschaaren von Herulern, Hunnen undPersern, sowie durch die bereits vorher in Dalmatien stehenden Truppendes Feldherrn Germanus verstärkte, bezog Narses ein Lager bei Sa-lona in Dalmatien und benutzte den ganzen Winter bis zum Frühjahr 552zur Organisation und Schulung seines Heeres und zu Kriegsrüstungen.Im J. 552 rückte er in Italien ein, und obgleich er bei jedem Schritte vonden Gothen und den ihnen verbündeten Franken aufgehalten wurde, sogelang es ihm dennoch, unter Mitwirkung seiner Flotte über die FlüsseBrenta, Adige und Po, nahe bei deren Mündungen bis nach Ravenna hinvorzudringen. Von hier zog er gegen Rom, wo die Hauptmacht Totila'sstand, an Rimini, welches von einer starken gothischen Besatzung gehal-ten wurde, vorbei, ohne sich mit der Belagerung dieser Stadt aufzuhalten.Totila marschirte ihm entgegen und lieferte bei Taginae ihm eineSchlacht, in welcher er besiegt wurde und fiel, die Trümmer seines Heeres