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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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4. Die bemerkenswerthesten Feldziige dieser Zeit. 73

inassregeln und steter Festhaltung derselben Diseiplin bei seinen Truppen,damit die dadurch ermuthigten Landeseinwohner ihn reichlich mit Lebens-mitteln versehen möchten. Sein Marsch längs der Küste nach Karthagogeschah mit ebenso grosser Behutsamkeit: vorauf marschirte ein auser-lesenes Corps unter Führung eines der besten Anführer, links deckten600 Massageten und rechts die längs des Ufers segelnde Flotte, welchesich in gleicher Höhe mit dem Landheere hielt. Auf dem Marsche wurdendie Städte Sullecte, Leptis, Adrumetum und endlich Grasse, ein Lust-schloss des Vandalenkönigs, 16 Stunden von Karthago entfernt, eingenom-men. Es befanden sich zu dieser Zeit 6000 der besten vandalischeuTruppen in Sardinien; Gelimer, der Vandalenkönig, sammelte einneues. unausgebildetes und nur ungern zum Kriege ziehendes Heer undgriff mit demselben Belisar in Front, linker Flanke und Rücken an.Allein jeder dieser drei Angriffe wurde bei Decima einzeln abgeschlagendurch die Avantgarde, die Massageten und die Hauptmacht Beiisa r's.Der Letztere zog in Karthago ein, dessen Festungswerke er wieder her-stellte. Gelimer hatte indessen bei Bulla, 4 Märsche von Karthago, einneues Heer gesammelt, belagerte Karthago, schnitt der Stadt das Wasserab und führte den kleinen Krieg, indem er Belisar dieVerproviantirungerschwerte: nach seiner Vereinigung mit seinem aus Sardinien heran-gezogenen Bruder Z a r o, etwa 100,000 Mann stark, wollte er Belisareine Schlacht liefern. Aber dieser kam ihm zuvor, griff ihn an und be-siegte ihn in der Schlacht bei Tricameron. Gelimer floh in die unweg-samen maurischen Gebirge bei Hippo Regius, wurde daselbst einge-schlossen und belagert und musste sich nach drei Monaten ergeben 53J .Die Folge des Sieges bei Tricameron war die Wiedereroberung der gan-zen Nordwestküste von Afrika, welche früher dem römischen Reiche ge-hört hatte, und vieler anderer Städte und Provinzen Afrika's, wie auchder Inseln Sardinien, Corsica und der Balearen (535).

In demselben Jahre 535 wurde Belisar aus Afrika nach Italien ge-schickt. Justinian, welcher beschlossen hatte, dieses den Ostgothen wie-der zu entreissen, gab dem Feldherrn Mundo, der aus Dacien, und^demBelisar, der aus Sicilien vorbrechen sollte, den Befehl sie anzugreifen.Belisar nahm wiederum nur ein kleines, aber auserlesenes und erprob-tes Heer (7500 Mann, darunter 3000 Isaurier, 200 hunnische Reiter und300 Mauren) mit sich, unterwarf rasch Sicilien und war im Begriffe vondort nach Italien überzugehen, als er durch einen Aufstand der Maurenin Afrika dahin zurückzukehren gezwungen wurde; zur selben Zeit wurdeauch Mundo's Heer zum Rückzüge aus Dalmatien nach Dacien gezwun-gen. Bald aber nahmen die Dinge in Dalmatien eine den Griechen gün-stige Wendung, und Belisar stellte die Ruhe in Afrika her. Nun setzteer von Messina nach Italien über, zog längs der Küste nach Neapel, mit