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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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70 I. Bis zum Tode Karl's d. Gr. (814).

§.20.Die Türken.

Im 8. Jahrhundert treten die Turki oder Türken zum erstenmalein der Geschichte auf, ein wildes, rohes Nomadenvolk, das zwischen demAltai-Gehirge und dem Kaspischen Meere hauste und von Raub und Plün-derung lebte. Sie waren (unter dem Namen Türken) schon den Römernbekannt, welche Schaaren von ihnen bei den Kriegen gegen die Perser inSold nahmen. Auch damals schon waren sie durch ihre Tapferkeitebenso berühmt, wie durch ihre rohen und wilden Sitten, ihre Grausam-keit, Beutegier und Plünderungssucht berüchtigt. Als um die Mitte des8. Jahrhunderts die Araber West-Asien, Nord-Africa, Sicilien, Sardinienund Spanien eroberten, begannen auch deren Khalifen, gleich den Römern,Türken gegen Sold in Dienst zu nehmen und sogar ihre Leibwachen ausdenselben zu formiren. Den muhamedanischen Glauben nahmen dieTürken von den Arabern an, aber Nichts von deren Civilisation und Bil-dung, sie setzten vielmehr ihr altes Nomaden- und Räuberleben fort. Alsdann aber ihre Macht mehr und mehr anwuchs, wurden sie selbst eineroberndes Volk, eine Drohung für die Völker Asiens und sogar für dieAraber selber in der Zeit, als deren Khalifat dem Verfall zuneigte, unddie in dessen Dienste stehenden Türken erlangten eine solche Macht, dasssie in der folgenden Periode dasselbe in Asien und Aegypten stürztenund daselbst ihre eigenen Reiche gründeten, wie seiner Zeit ausgeführtwerden soll.

Zu dieser Zeitperiode zeigen sie hinsichtlich ihrer Kriegsorganisationund ihres Kriegswesens noch die vollkommene Gleichheit mit den erstenArabern bei deren erstem Auftreten in der Geschichte, von der Mitte des7. bis zur Mitte des 8. Jahrhunderts.