3. Das byzantiif. Keich. die Slawen. IVi-ser, Araber und Tiü'ken. (39
III. Perser, Araber, Türken.
§• 18-Die Perser.
Die glänzendste Kriegsepoche der Perser, des bis zur Mitte des7. Jahrhunderts hervorragendsten Volkes von West-Asien und gefähr-lichen Nachbars des byzantinischen Reiches, war die Regierung vonChosroes I. Nuschirwan oder Kosru-Anushirwan (der Hoch-herzige, 531— 579). Aber ihre Kriegsorganisation und ihr Kriegswesenbieten nichts Neues oder besonders Bemerkenswerthes gegen früher. Sieenthalten vielmehr nur die stets mehr oder minder allen asiatischen Völ-kern und Reichen dieser und der alten Zeiten gemeinsamen Züge, unterBeimischung von Mancherlei, das sie den Griechen entlehnt hatten, abermit geringerer Kunst anwendeten. Uebrigens standen in der Belagerungs-kunst die Perser den Griechen nicht nach und konnten mit denselbenrivalisiren.
§. 19.Die Araber.
Als um die Mitte des 8. Jahrhunderts die Araber in Asien, Africaund Spanien das ausgedehnte und mächtige Chalifat gegründet hatten,dessen Hauptstadt zuerst Damaskus, dann Bagdad war, entwickeltensich in demselben, trotz der inneren Unruhen, Fehden und Umwälzungen,Civilisation und Bildung, blühten Künste und Wissenschaften empor undmit diesen begann auch Kriegswesen und Kriegskunst sich allmählichbedeutend zu vervollkommnen und eine geregelte Form anzunehmen.Die Heere wurden in stehende, regulär organisirte und in Volksaufgebotegetheilt. Den Haupt- und besten Bestandteil der Heere bildete nochimmer die Reiterei, schwere und leichte, es gab aber auch Fussvolk.Linien- oder reguläres, schweres und leichtes, das aus Bogenschützenbestand. Im Gefecht verhielten sich die Krieger zuerst defensiv und nurgegen das Ende des Tages hin wurde mit aller Kraft die Offensive er-griffen. Im Fall des Erfolges steigerte sich ihre Kühnheit bis zur Ver-wegenheit, im Fall des Misslingens aber zeigten sie schon nicht mehrdieselbe Ausdauer und Zähigkeit wie früher, und wenn sie im Kampfeüberwunden wurden, so zerstreuten sie sich nach allen Seiten. Aberdiese Mängel, ebenso wie ihre Vorzüge und Tugenden gehören schonmehr der folgenden Periode an, wo sie umständlicher besprochen wer-den sollen.