50 I- Bis zum Tode Karl's d. Gr. (814).
(im J. 782). Da aber, wo Karl selbst gegen sie focht, wurden sie be-ständig besiegt (in den Schlachten an der Lippe 780,— in der Ebene vonThietmelle, h. Detmold, 783, — und an der westphälischen Grenze an denUfern der Hase 783), ihr Land aufs Grausamste mit Feuer und Schwertverheert. Endlich machten die von Karl mit den Führern der Sachsen,Wittekind und Albio, aufgenommenen Unterhandlungen dem Kriegewenn auch nicht für lange, ein Ende (785). Inzwischen hatten die grie-chische Kaiserin Irene, die Herzöge von Baiern und Benevent und dieAvaren ein starkes Bündniss gegen Karl geschlossen. Der Letzterewandte sich zuerst (786) nach Italien gegen den Herzog von Benevent,den er seiner Herrschaft beraubte und dann nach Baiern gegen dessenHerzog Thassilo. Auch hier wieder theilte Karl sein Heer in3 Theile: der eine unter Befehl seines Sohnes P i p i n zog durch dasThal der Adige, — der andere (aus Austriern und Sachsen bestehend)wandte sich von Norden her bei Pföhring über die Donau, — mit demdritten brach Karl selbst aus Italien zu den Ufern des Lech nach Augs-burg auf. Solchergestalt von allen Seiten umschlossen, wagte Thassilokeinen weiteren Widerstand, sondern bat um Frieden, brach denselben.aber und wurde dafür seiner Herrschaft entsetzt (787). Die Avaren,welche in Baiern und Friaul dem Thassilo zu Hülfe eingerückt waren(788), wurden auf beiden Seiten zurückgewiesen. Nachdem er dann inItalien die nach dem longobardischen Throne strebende A d a 1 g is a besiegtund die baltischen und westlichen Slawen zum Frieden gezwungen hatte(788—789), führte Karl den bemerkenswerthen Zug in das Gebiet derAvaren oder das alte Pannonien aus (791—792). Von dem zahlreichenversammelten Heere schickte er den einen Theil an dem linken Donau-ufer hinab, mit dem andern folgte er selber am rechten Ufer in der glei-chen Richtung, der dritte Theil fuhr auf Schiffen mit Lebensmitteln undKriegsvorräthen den Strom hinab. Die Avaren, auf beiden Donau-Ufernjenseits des Enns-Flusses nahe bei dem heutigen Wien, wo sie Schanzenaufgeworfen hatten, angegriffen, wurden geschlagen. Nach Verwüstungihres Landes bis zur Raab hin kehrte Karl in derselben Ordnung wiedernach Baiern zurück. Während dessen hatten die Sachsen einen allge-meinen Aufstand versucht. Karl drang aus Baiern durch Thüringen inihr Gebiet ein, während sein Sohn Karl den Rhein bei Cöln überschrittund von Westen her ebendahin aufbrach. Die Sachsen baten um Frieden,der 3. Theil von ihnen wurde nach Flandern versetzt (793—795).Karl d. Gr. setzte sich im Lande der Sachsen fest und obgleich die Letz-teren noch vereinzelte Empörungen und Angriffe versuchten, so war diesdoch ohne Erfolg. Von 800 an kann der Krieg gegen die Sachsen alsbeendet angesehen werden, ihre Unterwerfung als vollendet. Die letzten14 Regierungsjahre Karl's d. Gr. werden durch erfolgreiche Kriege