48 I. Bis zum Tode KaiTs d. Gr. (814).
und nach Einnahme des Platzes ihm den von Pipin dictirten Friedenaufzwang; nach Pipin 's Abzug aber belagerte Aistulf Rom vonNeuem. Pipin kehrte nach Italien zurück, belagerte Pavia und zwangbinnen Kurzem Aistulf zur Aufhebung der Belagerung von Rom undzum Frieden.
Ein neunjähriger Krieg mit Gaifre oder Vaifre (Waifar), Her-zog von Aquitanien, wurde von Pipin mit ausserordentlicher Energieund sogar Grausamkeit geführt, zugleich aber auch mit grosser Kunst.Das Land ward verwüstet, die Städte belagert oder mit Sturm eingenom-men, die Aquitanier mehrmals im offenen Felde geschlagen. Durchseine geschickten Operationen beraubte Pipin sie der Mitwirkung derMauren, brachte viele Vasallen auf seine Seite und liess, da er fürchtete,dass die Herzöge von Aquitanien und Bavarien und der König der Lon-gobarden ein allgemeines Bündniss gegen ihn schliessen möchten, in denStädten Aquitanicns Besatzungen zurück, während er selbst, die Loireüberschreitend, jenseits des Rheins sich zwischen Baiern und Aquitanienaufstellte, dadurch die Vereinigung der beiden Herzöge verhinderte undsich dann von Neuem gegen Aquitanien wendete. Alle eingenommenenStädte daselbst versah er aufs Neue mit Befestigungen und legte starkeBesatzungen hinein, welche das Land im Zaume hielten. Der Herzogvon Aquitanien, entschlossen, sich nur in den unzugänglichsten Berg-festungen und Schlössern zuhalten, schleifte die Festungswerke aller derin den Ebenen gelegenen Städte. Pipin zog hiervon in geschickterWeise Nutzen, indem er sich aller dieser Städte bemächtigte und sieschleunigst wieder befestigte. Hierdurch in das äusserste Gedränge ge-bracht, lieferte der Herzog von Aquitanien dem Pipin eine Schlacht,wurde aber besiegt und bat um Frieden. Aber Pipin setzte den Kriegmit Eifer fort und unterwarf, sogar im Winter die Operationen nicht ein-stellend, binnen 2 Jahren ganz Aquitanien.
§. 10.Die Kriege Karl's d. Gr. (771—814).
Schon im zweiten Jahre seiner Alleinherrschaft, nach dem Todeseines Bruders Karlmann (772) überschritt Karl d. Gr. den Rhein undbegann den Krieg gegen die Sachsen, welcher dann fast ununterbrochen30 Jahre lang mit der grössten Hartnäckigkeit und Wuth fortdauerte(bis 800). Nachdem er die Sachsen auf dem linken Weserufer geschlagen,ihre Hauptfestung und heilige Stadt Eresburg eingenommen, reicheSchätze aus dem Tempel der Irmensäule gewonnen und die Sachsen zumFrieden gezwungen hatte, führte Karl im folgenden Jahre (773) denmerkwürdigen Zug nach Italien gegen Desiderins, den König der