46 I. Bis zum Tode Karls cl. Gr. (814;.
besiegt. warf sich Karl, der Herzog von Austrasien, später mit demBeinamen Mar teil, in den Ardenner Wald und begann ein neues Heerzu sammeln. Ratbod, Herzog der Friesen, und Ch.ilpe rieh, Königvon Neustrien, fingen nach ihrer Vereinigung an, Austrasien zu verheeren,und rückten gegen Cöln, wurden aber bald durch Mangel an Lebens-unterhalt genöthigt, nach Austrasien zurückzugehen. Karl, welcher in-zwischen seine Truppen in kleine Corps getheilt hatte und einen lebhaftenkleinen Krieg führte, hatte sich mit 500 auserlesenen und ihm ergebenenSöldlingen 'Schaarmännernl in die Wälder gelegt und wartete nur aufeine günstige Gelegenheit, um den Gegnern eine Niederlage beizubringen.Diese Gelegenheit bot sich bald dar: des Nachts und heimlich in denWäldern weiter ziehend, entdeckte Karl das Heer der Friesen undNeustrier, das ohne alle Vorsichtsmassregeln an dem Flusse Amblevebei dem Kloster Stabloo (Stavelor, zwischen dem heutigen Limburg undLa Roche en Ardeunes' lagerte, führte einen heftigen Ueberfall aus undschlug dasselbe aufs Haupt. Dieser Sieg vermehrte die Anzahl vonKarl's Truppen und nun drang er selber in Neustrien ein. Chilperichzog ihm entgegen, wurde aber in der hartnäckigen und blutigen Schlachtbei Vincy oder Vinciae (zwischen dem heutigen Arras und Cambray, ge-schlagen und von Karl bis unter die Mauern von Paris verfolgt. Da erParis zu heftiger Gegenwehr bereit fand, kehrte Karl sich gegen Cöln,welches sich ihm 717, ergab. Im J. 719 verband sich Eudes, Herzogvon Gascogne Aquitanien), mit Chilperich und zog gegen Karl. DerLetztere beschloss. sie nicht in Austrasien zu erwarten, sondern rückteihnen nach Rheims entgegen, wurde zwischen Rheims und Soissons vonihnen angegriffen, schlug sie, verfolgte sie an die Seine, nahm Paris,verheerte Neustrien und einen Theil vonBurgund, und drang bis Orleansvor. Die Folge dieses Vorgehens war die Ernennung Chlotar's IV. unddann Chilperich's IL zu Königen und Karl's Anerkennung alsMajor-domus der vereinigten Königreiche Neustrien, Austrasien und Burgund.Danach eroberte Karl das Land der Sachsen bis zur Weser, zwangdie Sachsen zur Zahlung von Tribut an die Franken, beruhigte die auf-ständischen Alemannen, verbreitete die Erfolge seiner Waffen sogar überdie Donau und besiegte die Avaren. Während dessen hatten die inHispanieu ansässigen Araber oder Mauren ihre Waffen mit Erfolg auchüber die Pyrenäen getragen und rückten, von Eudes aus Rache für seinezweimalige Besiegung durch Karl herbeigerufen, unter Führung AbdurRahman's in Frankreich ein, schlugen Eudes selbst an der Dor-dogne, nahmen Poitiers und fast alle Städte an Rhone und Saöne undwandten sich dann. da sie Sens nicht in ihre Gewalt bringen konnten,gegen Tours. In der blutigen und hartnäckigen Schlacht bei Poitiers(732) gewann Karl mit 30,000 Mann den Sieg über Abd ur Rahman