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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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2. Kriege dieser Periode. 45

schlug bei Tolbiacum (Zülpich) jenseits des Rheins, unweit Cöln, dieAlemannen, welche in das Gebiet der ripuarischen Franken eingefallenwaren, besiegte zweimal den König der Burgunder Gundobald (imJ. 500 bei Dijon und im J. 501), und wendete sich dann, nach Unterwer-fung Burgunds, im Bunde mit Gundobald gegen Alarich, den Königder West-Gothen, schlug diesen (im J. 507) bei Vougle oder Vouilleunweit Poitou, unterwarf den Theil des westgothischen Reiches bis zuden Pyrenäen, wurde dann aber bei der Belagerung von Arles zum erstenund einzigen Male durch den König der Ost-Gothen, Theodor ich, ge-schlagen , übrigens ohne irgend welche für die Franken nachtheiligenFolgen. Nachdem er somit die Alemannen, Burgunder, einen Theil derWest-Gothen und die Nord-Gallien bewohnenden Völker besiegt hatte,befestigte Chlodwig seine Macht zwischen Scheide, Maass, Rhein, Pyre-näen und Ocean, und legte den Grund zu der mächtigen Monarchie derFranken. Seine Kriege sind bemerkenswerth durch die Kunst, mit wel-cher er die Umstände auszunutzen, sich rechtzeitig durch Verbündetezu verstärken, die Zahl seiner Krieger allmählich zu vermehren, diese instrenger Ordnung und in Gehorsam zu erhalten verstand, sich von Nord-nach Süd-Gallien und von dem Westen nach dem Osten wandte, dieBündnisse der gegen ihn sich erhebenden Völker vereitelte oder sprengteund diese Völker durch seine kühnen und entscheidenden Operationenüberwand.

§.7.Die Kriege der Franken nach Chlodwig (512715).

Unter den Kriegen nach Chlodwig sind von Interesse durch ihreentscheidenden, mit Klugheit verbundenen Operationen die Feldzüge vonChlodwig's Enkel Theudebert gegen die in Nord-Gallien eindrin-genden datskischen Stämme (515), gegen die Ostgothen (533), seinedefinitive Unterwerfung Burgunds (534) und sein mit 100,000 Mann unter-nommener Zug nach Italien zu der Zeit, als Belisar dort Krieg gegendie Longobarden führte. Von den Kriegen nach T h e u d e b e r t ist der Zugder Franken unter den Führern Buzelin und Leutharis (552554)gegen Narses in Italien bemerkenswerth (von diesem, wie von Theu-debert's Zuge nach Italien ist unten in der 2. Abtheilung die Rede,gelegentlich der Feldzüge von Belisar und Narses).

§.8.

Die Kriege Karl Martell's (7IG741).

Im J. 716 bei Cöln durch die Friesen, welche ein Bündniss mit denNeustriern geschlossen hatten und zur Vereinigung mit ihnen heranzogen,