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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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1. Kriegskunst und Kriegswesen bei cien Völkern germ. Abstammung etc. 39

slawisches Gebiet von den Griechen durch Tausch oder Handel, dannauch durch Plünderung und Beutemachen. Ihre Hauptwaffe war die Axt,mit welcher sie in die Reihen der Feinde einhieben und in denselbenfurchtbare Verheerungen anrichteten. Sie kämpften immer zu Fuss ineng geschlossenen dichten Haufen mit ungewöhnlicher Tapferkeit undWildheit. Wurden sie selbst angegriffen oder umzingelt, so stellten siesich im Kreise auf, Front nach allen Seiten. Ihre Lager befestigten siedurch einen Zaun, auch wohl durch Holzwände, und im Allgemeinenzeichneten sie sich nicht nur durch persönliche Tapferkeit, sondern auchdurch eine, nach damaligen Begriffen, grosse Kunst aus, indem sie esverstanden, den Sieg nicht durch rohe physische Kraft allein, sondernauch durch Kriegslisten zu gewinnen.

§.4.Bei den Avaren und Arabern.

Ein Volk, das aus Asien nach Europa gewandert war, die Ava-ren, und zwei Völker in Asien, die Araber und Türken, tratenin dieser Zeitperiode mit den Griechen und den West-Franken inBerührung, weshalb hier ihrer militärischen Organisation und des Kriegs-wesens bei ihnen Erwähnung geschehen soll.

Nach den Hunnen (s. Allg. K.-G. d. Alterth. Th. 5, §. 402) tratenin Pannonien, an der Donau, die Avaren oder Obri an deren Stelle,gleich wie sie aus Asien stammend (wie Einige meinen, von jenseits desUralgebirges und den östlich des Caspi-See's gelegenen Steppen Mittel-Asiens, nach der Meinung Anderer identisch mit den Hunnen, nur unterdem andern Namen »Avaren« im Mittelalter). Im J. 577 eroberten sieDacien (heute Rumänien), im J. 602 Pannonien (heute Süd-Wengrien undOesterreich; und gründeten, gleich den Hunnen, ein weites und mächtigesBeich, welches das ganze heutige Rumänien, Wengrien, Böhmen, König-reich Polen und Süd-Russland umfasste. Aber ihr Reich zerfiel bald:die Chorbaten, Serben und Tschechen machten sich von ihnen frei, undim J. 796 besiegte Karl d. Gr. sie auf beiden Ufern der mittleren Donau,bemächtigte sich ihres ausgedehnten Holzlagers an den Ufern der Theiss(in Süd-Wengrien), machte ihrem Reiche ein Ende und vereinigte Pan-nonien mit dem Reiche der Franken, indem er die carinthischen Herzöge(östliche Mark, Oesterreich) zu Statthaltern über sie setzte. Kriegsorga-nisation und Heerwesen waren bei ihnen dieselben, wie bei ihrenStammesgenossen und Vorgängern, den Hunnen (s. oben das darüberGesagte).

In Asien hatte Mohammed, geb. 571 zu Mekka in Arabien, imJ. 622 eine neue Religionslehre gestiftet, dieselbe während eines Zeit-