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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
Entstehung
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Einleitung. 3

von mir beibehalten worden, mit folgender Unterabtheilung in dreiPerioden:

Die 1. vom Untergange des weströmischen Reiches bis zum TodeKarl's d. Gr., welcher das gewaltige Reich der Franken gegründet hatte(476814).

Die 2. vom Tode Karl's d. Gr. bis zur ersten Einführung der Feuer-waffen (8141350).

Die 3. von der ersten Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jäh-rigen Kriege (13501618).

Wie in der politischen Geschichte die Periode der mittleren Jahr-hunderte im Allgemeinen als eine Zeit des Barbarenthums, der Roh-heit und Unwissenheit, zugleich aber auch des kräftigen Ringens desmenschlichen Geistes gegen Unwissenheit, Irrthum und Vorurtheile, derEntwicklung und Vorbereitung desselben auf die Fortschritte in der Zu-kunft charakterisirt werden kann, so auch die Kriegsgeschichte des Mittel-alters überhaupt.

Von den drei oben bezeichneten Perioden derselben bietet die 1. (mitalleinigem Ausschluss des byzantinischen oder ehemaligen oströmischenReiches) ein Bild allgemein tiefen und rohen Standpunktes der Kriegs-kunst und Art der Kriegführung besonders in Ost-Europa undAsien, welchesletztere noch immer unaufhörlich seine wilden und ungesitteten Völker,eines nach dem andern, in ihrem Urzustände nach Europa entsendet. Unterdiesen treten zuerst mit dem 7. Jahrhundert die Araber auf, welche inIY2 Jahrhunderten fast halb Asien, Nord-Afrika und Hispanien erobern,aber schon seit Karl's d. Gr. Zeit in Civilisation, Bildung, Wissen-schaften und Künsten, darunter auch in der Kriegskunst grosse Fort-schritte machen, entsprechend den besonderen Bedingungen ihrer allge-meinen Organisation und ihres Volkscharakters. Bei ihnen kommt u. a.wie bei den Griechen um dieselbe Zeit, die Anwendung von bren-nenden Substanzen und von Geschützen (Maschinen) zuderen Fortschleuderung, sowie verschiedener dazugehö-riger Werkzeuge, zu Kriegszwecken vor. In West-Europa hingegen,bei den Franken, entwickelt sich aus der ursprünglichen Allodial-Kriegs-Organisation und der Vermischung der altgermanischen mit der altrömi-schen Kriegskunst bereits eine feudal-ritterliche Kriegsorganisation undeine dem entsprechende Art des Kriegswesens. Inmitten aber zwischendem westlichen Europa und den Arabern führt das byzantinische Kaiser-reich seine frühere kriegerische Organisation und die Kriegskunst jenerZeiten weiter, welche dem Untergange des weströmischen Reiches vor-hergingen. Dies sind ihre ersten Gestaltungen in dieser Periode, welcheauch den von den Völkern West-Europas, den Griechen und den Araberngeführten Kriegen ihren Charakter aufprägen. Von diesen sind es die