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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
Entstehung
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2 Einleitung.

deren verschiedener Zweige im Besonderen, allein bis zum 17. Jahrhun-dert hin doch noch keineswegs in solchem Maasse, dass dieser Einflussein entscheidender genannt werden könnte. Die Truppengattungen, Be-waffnung, Organisation, Aufstellung und Kampfart derselben behieltennoch für lange Zeit, ja bis zum 17. Jahrhundert hin, mehr oder wenigerden früheren Charakter. Ja selbst noch zur Zeit des dreissigjährigenKrieges, in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts waren, trotz der be-reits allgemein gewordenen Anwendung der Feuerwaffen, Fussvolk wieReiterei noch immer in alter Weise mit schweren Schutzwaffen aus-gerüstet, formirten sich und kämpften, namentlich das Fussvolk, in tiefergeschlossener Ordnung; ferner waren die Handfeuerwaffen noch sehr un-vollkommen, unhandlich und wirkungslos und die Geschütze colossal,schwer und unbeweglich. Es unterliegt keinem Zweifel, dass 2 1 / 2 Jahr-hunderte lang, seit der Mitte des 15. bis zum Anfang des 17. Jahrhun-derts, sowohl Handfeuerwaffen und Geschütze, als Aufstellung undKampfart der Truppen im Felde, und Angriff und Vertheidigung derFestungen erhebliche, wenn auch nur allmähliche Fortschritte machten.Aber die wirkliche und entschiedene Umwälzung in der Kriegskunst be-gann recht eigentlich erst in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts inFrankreich und zu Ende desselben Jahrhunderts in den Niederlanden,vollendete sich aber hauptsächlich zur Zeit des 30jährigen Krieges indem schwedischen Heere Gustav Adolph's, welcher den ersten An-fang zur Kriegskunst der neueren Zeit gelegt hat.

Als Zeitpunkt für die Trennung der Kriegsgeschichte der mittle-ren Jahrhunderte von der der neueren Zeit ist daher richtigerWeise nicht die erste Einführung der Feuerwaffen im Abendlande seitder zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, sondern vielmehr der 30jährigeKrieg mit der Betheiligung G u s t a v A d o 1 p h 's an demselben und dembemerkenswerthen Einflüsse der ausgezeichneten kriegerischen Organi-sation , welche dieser dem schwedischen Heere in allen drei Truppen-gattungen desselben gab, sowie der Art und Kunst seiner Kriegsoperatio-nen in taktischer und strategischer Hinsicht anzusehen. Da man aberdie bis zu diesem Zeitpunkt verflossene ganze Periode von mehr denn1100 Jahren seit dem Untergange des weströmischen Reiches (4761618)nicht füglich als Kriegsgeschichte der mittle renJahr hunderte be-zeichnen kann, worunter gewöhnlich nur die über 1000jährige Periodedes feudalen Bitterthums (4761500) verstanden wird, so er-scheint es, zur Vermeidung von Missverständnissen und analog der Be-zeichnung: Kriegsgeschichte des Alterthums und der neueren Zeit,zweckmässiger, für die oben genannte Periode von 476 bis 1618 die Be-nennung: Periode der Kriegsgeschichte des Mittelalters zu wählen.

Diese Eintheilung der allgemeinen Kriegsgeschichte ist denn auch