390 VI, 38—VI, 40.
Novicius: Ich. wolt nwn gern hörn von der er und wird der gerechten.
Monachus: Ich wil dir vor sagen drew ander exempel von dem leidenund pein der totten die ich an ir verlassen und versawmpt hab, das nach derswarczen varb die weysz varb dester lawtter erschayn.
5 Das XXXIX ß&pitel.
Von clei' pein des appts von Corbaye.
Zw der zeitt der zwayung zwischen Philippen und künig Otten da tranckain pilgrim zw Lamparten so vil das er truncken und unwissen lag, das in mänik-lich fwr tod hielt. Zw der selben stund ward er gefwrt zu der pein der grossen
10 helle; da sach er ob aiin loch, das fewrein was und bedeckt mit ainen eysnendeck, syczen den fürsten der vinsternwss. Da wart zw gefürtt der appt vonKorbey, den grüsst der tewffel und gab im mit ainem fewrein nappff swebelund pech zw trincken. Da er getranck, da versanckt man in tyeff in dasselbgrausamlich loch. Darnach sprach der tewffel: 'Fürt mir her zw den der da
15 vor stett, der nächst sein wallgewantt umb wein geben hatt und vast trunckenward.' Da das geschach, da sprach der pilgrim, der truncken was, zw dem engel:'Lieber herr, helfft mir, ich swer euch das ich ewikleich kain wein mer trinckenwil.' Da fürt in der engel zw seinem leib; er merckt den tag und die stund, davand er das der appt auff die stund tod was. Der appt was gar ain weltlich man;
20 er gleicht pas aim ritter dann ainem münch.
Novicius: Ich main das die truncken in der hell gar übel getrencktwerden.
Monachus: Des wil ich dir sagen ain undersohayd.
Das XXXX capitel.
25 Von dem hellischen tranck ains trunckenden.
In dem stifft zw Köln was ain ritter also ver leckert und geraiczt auf!den wein das er all kirch weich allain durch des wein willen haim sucht. Dader selb ritter sterben wolt, do patt in sein dochter das er ir in den dreissig tagenerschyn. Nach dem tod da erschain er seiner tochter und sprach zw ir: 'Dochter,
30 schaw, ich pin hye,' und hett ain grosse krwsen mit tranck in seiner hantt,daraus er in den tabornen gern tranck. Die tochter sprach: 'Lieber vatter,was ist [237 r ] in dem kruslein?' Er sprach: 'Dar inn ist mein tranck gemachtvon pech, swebel und gallen. Ich trinck tag und nacht daraus und mag sy dochnit gelärn und austrincken.' Da verstund die tochter das seins hayls und be-
35 haltung kain trost wäre. Der wein schleicht hye sanfft in den slunt, aber dorttpeist er als ain wüttent, gyfftig slangen.
4. die] i aus e korrigiert. 5. XXXVlIj ca.
24. XXXIX. 35. Spr. 23, 31 f.