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Johann Hartliebs Übersetzung des Dialogus miraculorum von Caesarius von Heisterbach
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366
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366 VI, J-VI, 2.

'Geet ir verfluchten in das ewig fewr.' Wie grosz und vil der Ion der güttensey, das berürt Jeremias kurczleich und spricht: 'Das aug mag die freüd nitgesehen' etcetera. Von der pein der hell sind nämlich newn tayl, Pernhardus:schnee, nacht, würm, flam, band, aytter, gestanck und graw, die newn pein5 haben nymmer end noch auff hörn. Es ist noch die dritt statt, dar in man dieerweiten rainigt, und hayst das fegfewr, die stat wevt nwr pys zu dem jüngstengericht. Was aber sey die künfftig glori der gütten und die jämerleich peinder pösen und mit was hylff man mag zu trost komen den die dann sein in demfegfewr, und ob du das nit gancz versten magst, wann es ist unmüglich, yedoch10 so vindest dw des gar vill in disen nach geschriben exempeln.

Novicius: Sag mir am ersten von der marter und pein der pösen, darnachdie glori und freüd der gütten, das sich unnser red mit freüden end.

Monachus: Wie vil der pein und marter sey der bwttrer, der eebrecher,der hoffertige», die dann ir sünd nit berewtt und peicht haben, als ich dann ge-15 hörtt hab von den geistlichen mannen, das will ich dir mit ettlichen exempelnoffenbaren.

Das II capi/e/.Von der pein lantgraff Lwdwigz.

Lwdwig, der lanttgraff, was gar ain grosser tyrann und wütrich. Da

20 er sterben wolt, da gepott er sein frewnden also: 'So pald ich ge starb, so tüttmir an ain kwtten des graben ordens und hwtt euch mit allem fleysz das ir dasnit d\frtt, die weil ich leb.' Sy war«, gehorsam, er starbtt, und die kwtt wardim angelegt. Das ersach ain ritter, der sprach zu der andern ritterschafft garspöttlich: 'Wärlich, es ist kain münch meinem herren gleich in aller zücht und

25 gehorsam. Da er ritter was, da was nyeman sein gleich in ritterschafft, nwnist worden ain münch und tregt allen münchen die 1er und regel vor. Nwn schawtwie styll sweygt er, er rett nit ain wortt etc.' Sein sei wart von stund ge ant-wurtt, als dann aim warlich fürkam, wann ain [224 r ] tewffel sas auff dem lochder grimmigen hellen, der grwst den lantgraffen also: 'Wilkomen sey unnser

30 liebster frewnd. Geet pald und fürtt in in unnser pallas, in unser keller undpringt in dann wider zu mir.' Da er wider kam, da sprach der tewfflisch fwrstzu dem lantgrafen: '0 lieber frewnt, trinck von meinem trinckvas.' Da wartter genött zu trincken, von stund schlügen im die swebellischen flamen zu äuge,oren, nasen und münd aus. Dar nach warff er in in die tyeff der grausamlichen

35 hell, die dann kain gruntt hatt. In der selben hell sach in ain priester, der zuden pein gefürt ward etc.

1. Matth. 25, 41. 2. Jesaias 64, 4.

3. lat. : Pix, nix, nox, vermis, flagra, vincula, pus, pudor, horrox (Vers).7. vor gericht gestrickten tag. 14. hoffertige.

10. cap. 22. ward.