320 V, 1—V, 2.
nit bestend bys an das end und warumb ettlich p6s lewtt, die lang zeitt die übelgeleppt haben, sich an dem end pessern, das wolt ich geren wissen.
Monachus: Ich pin nit Chusi, der rattgeb Davitt, wann der spricht:'Wer wais den syn und maynung des herren, oder wer was Gottes rattgeb V5 Novicius: Welcher tod ist gütt oder welcher ist pös ?
Monachus: Wer in der lieb des liechts schaydett von hynnen, der sieht
das ewig Hecht, darunib gibt man den layen ain prynnend Hecht in yr hantt,
wann sy sterben aus den klöstern. Wer aber aus sunder lieb stirbt, der wirt ver-
senckt in die äussern vinsternüsz. Mit dem ainigen urtail werden beslossen alle
10 dise underschayd: 'Wie ich dich vind, also urtail ich dich.'
Novicius: Ich bekenn das mir durch das urtail genüg geschehen ist.Nun pitt ich dich das du mir ettliche exempel sagest.
Monachus: Ich tu des du mich manst [200"] und pittest und will haltendie obern ordenung. Wie köstlich und scheinber sey der tod der gerechten in15 angesicht Gots und wie snöd und peinleich sey der pösen tod, das beweysen dirdie nach geschriben underschayd und exempel.
Das Ij ca,pi(el.
Von dem tod Mainrichs, des priesters aus aim chloster.
Zu der zeitt da der heylig appt Dawitt von diser weltt schyed, da wartt20 in dem selben haws, das man nennet Hemmerod, ain grosser srecken, wann Gotterweit im die menschen die an dem leben die pesten warn und die hayligisten,als die taub tütt, die der pessten körner sich nertt und aus klaupt. Da was ainpriester, mit namen Mainhartt, der vor zeitten zu sant Symeon in Tryer ainchorherr was, der wart durch die hailsamen wort und 1er sand Bernharts ermant25 und gezogen in unnsern orden. Darinn was er über dreissig jar und hett groszgöttlich lieb und forcht zu Gottes dienst. Also strencklich leppt er das er diehochen statt der heylikait erlangt. Er wart zu mangen amppten in dem selbenhaws erweit durch sein frünckait, als prior, keiner, kastner, maister der noviezen.In den amppten allen hat er so unsträfflich gelept das in nyeman nye gefarlich30 finden mocht. Er wart vast kranck, und das der tod nahett war, das erzeugtsein grosser smercz und leyden. Der appt hett wol gemerekt sein grossen vleysund arbait, dar umb hett er in vast lieb und tett in legen in ain besunder hausund saezt vier die im dientten und wol warteten. Wie wol er fro was das er allainsein solt, doch wart er vast betrübt von sölicher er, die im erpoten wärt: 'Wachen
3. Chusi] vgl. 2. Sam. IS, 31f. 4. Eöm. 11, 34. 6. der.
8. vor aus gestrichen siinder.10. Hesek. 18, 30. 14. Ps. 110, 15. 15. Pe. 34, 22.
17. eap. 19. Davitt] danitt. 20. stecken.
26—27. lat. : per plurimos labores ad sublime sanetitatis eulmen pervenerat.28. Vor kastner gestrichen chaster.