312 IV, 68- IV, 69.
Das LXVIIj capitel.
Von ainer kroten, die funden wart in ains truncken priestera
trinckvas.In dem dorff Perg, in dem stifft zu Köln, da was ain priester mesz tünd,5 der was gar ain wunderlich man und gancz genaygt zu der frasserey. Ich wilin nit nennen, wann ich hoff er werd sein leben pessern. Der selb hat ain ge-wonhait das er durch besunders glust wegen zu sumer zeitt allweg aus denangstern tranck und aus glessern. Zu ainem tag hett er sein geschirr vol ge-schenckt und pott die ainem seiner mass gesellen zu trincken, da sas ain grosse
10 krott am poden desselben angsters. Von dem gesicht ir gar vil erschrackenund namen das fwr ain grosz wunder, das ain so grosz tyer in das trinckvaskörnen war, so das loch so eng und der hals so lang wäre. [197 r ] Und da derschüler den wurm nit mocht ausgeschritten und das glas auch nit precheu wolt,der saczt das glas an die end, da er es genommen hett, und er kam über ain
15 klain zeitt hyn wider und vand gar nichts in dem glas. Nym war das der weinvon bcsunderm wunder was zu ainem so grausamlichen wurm worden, da davon der priester ver meiden solt trunckenhaitt und solich grosz unzimlich fwll.
Das LXVIIIj capitel.
Von ainer kroten, die funden wart auff der Juden alltar, da sy20 ir hochzeitt hetten.
Es ist nit lang das Gott die Juden, die dann mit allen iren Sachen ganczunrain seind, gar vast und wunderlich smacht durch ain solichen un rain wurm.In dem nächsten dorff, das Winczer haysset, da komcn die Juden, da umb wonen,zu samen in ains ritters haws, das sy zu ir hochzeitt bestanden hetten. Und
25 da sy iren alltar mit vil schönen und rain tüchern bedeckt hett zw vesper zeitt,da giengen sy in iren gemachten tempel, yr priester gieng zu dem alltar. Undda er die tüch umb kertt, da vand er under den tüchen mitten auff dem alltargar ain grosz, grausamlich krotten. Und da er von schrecken gar vasst undlawtt schray, da lyeffen zu die Juden, vil kristen eylten auch dar zu. Do mochten
30 die Juden das wunderlich chuntter und zaichen nit verbergen, wann es warrenvil ritter und ir frauen zu der hochzeit komen, die selben verspotten der Judenfesst und prachten sy in ain grosse smäch. Die selben ritter sagten das darnachunnserm appt, hern Gebharten, von dem ich das gehörtt hab.
Novicius: Ich hab grosz gelust in solichen wunderzaichen, die dann
35 irrung und lasster zerstörn und die dann pauen und machen in prünstig liebder tugent und gnaden.
Monachus: Du solt wissen das die gifftigen tyer auch ettlich natürlichtugent an in habent.
30.
chuntter] vgl. oben S. 254, 8 u. ö.