IV, 11. 277
redt. Er sprach: 'Ich red von aim ritter, der noch ferre ist von der kirchen,aber er kumppt.' So der ritter ye nächner kompt, so der tewfel durch der maydmund ye lautter schray, und da er in die kirchen gieng, da stund sy gegen imauff und frolockt mit iren henden und grüsst in und sprach: 'Nempt war, der istmein frewnt, weicht im, weicht im und lat in nahent zu mir.' Er was wol beklaytt 5mit purpurgewantt, das an den enden zu ha wen und zerzottet was. Er nach-nett zu ir und sprach: 'Pin ich dein frewnt?' Der tewfel antwurt durch denmund der mayd und sprach: 'Ja, dw pist mein gröster frewnt, wann dw tustallen mein willen.' Von den wort wart der ritter in im selber vast betrübt undin sich geschlagen, wie wol er des gleichen nit tett. Er lacht und sprach also: 10'Dw pist ein närrischer und unweyser tewfel. Wärst dw weys, dw fürst mituns in die türnan, \179 r ] äo die lewt gefangen, geslagen und ert6tt werden. War-umb betrübst dw die unschuldigen mayd, die nicht gesündt noch übel getan hatt VDer tewfel sprach: 'Sol ich mit dir, so vergwn mir das ich in dein leib far.' Derritter antwurt: 'Du kumpst in mich nit.' Der tewfel sprach: 'So vergünd mir 15das ich siez in dein sattel.' Da der ritter das nit vergünden wolt, da sprachder tewfel: 'So gib mir doch ain statt an deinem pferd oder zawm.' Das allesversagt der ritter dem tewfel. Der tewfel sprach: 'Wilt du nwn das ich mit dirfar, so vergün mir doch etwann ain statt bey dir, wann ich mag ye nit zw füszgen.' Der ritter hett ain mitleiden mit der mayd und sprach: 'Wilt du die mayd 20ledig lassen, so verleich ich dir ain zoten an meinem mantel mit solicher under-schayd das du in chain Sachen mich laydigst und auch so lang bey mir wonest,als lang ich die turney such, und wann ich dir gepewtt, das du mit güttem willenan all wider red von mir kerest.' Der tewfel swür im und sprach: 'Ich wil dichnit laydigen, sunder ich wil dich fürdern.' Er für aus von der mayd und sprang 25an das zöttlein und öffnet sein ausfart mit wunderlicher bewegung. Zw derselben zeitt gewan der ritter so vil eren und wird in dem turney das er valt mitdem sper wen er wolt, wen er dann vahen wolt, den vieng er. Er tett in demturney was er wolt. Wa der ritter was, er rett mit im und gieng mit im. Wanner zu lang in der kirchen pettet, so sprach der tewfel: 'Yecz murmelst du zw 30vül.' Und wann er sich besprengt mit dem weichwasser, so sprach er aber zudem ritter: 'Schaw das du mich nit berürest.' Der ritter sprach: 'Ist das dichain troppf berürtt, das ist wider mein gefallen.' Zw der zeit do man das chreüczpredigt wider die hayden, da gieng der ritter auch in die kirchen und wolt sichlassen zaichen mit dem creücz. Da arbait der tewfel gar vast, das er hye ausser 35beleiben solt und sprach: 'Was wilt du yecz thün?' Der ritter sprach: 'Ich habmir fürgesaezt Gott zu dienen und wil dir absagen, du solt von mir geen undnymmermer her wider körnen.' Da der ritter das gesprach, der tewfel antwurt:'Was hatt dir an mir missvallen ? Ich hab dich nye gelaydigt, ich hab dich
12. die die le£t. 23. das] da.
32. dich aus ich durch Versetzung des d korrigiert.