///, 48. 251
kayser Fridrichen, der des yeczigen kaysers, der nw lebt, aiiherr was, mit swärerklag als über einen Verräter und plüt verchauffer, darumb er gut und gelt vondem graven genomen und im iren vettern dar geben und verraten het. Doder kayser das vernam wul darüber ser mit zorn pewegt ward und in willenwas den unschuldigen, vorgenanten edeln man zu dem tod veru rtailund in 5kaiserlich achtung tun. Do das ein frummer ritter doselbs gegenwürtiger vernam,der des edelmans unschulde wol wesst, der sprang aus dem volck auff ein panckund rüfft den kayser an ze pitten das er im von seinen kaiserlichen gnadenerlaubt ettwas mit im zereden, offenwar vor mänikleich. Das erlaubt im derkayser, und also sprach der selbe ritter: 'Herre, mächtiger kayser, ewr gnad 10hat der sache wort nit halb gehört. War der ander tail auch hye vor ewren gnadengegenwärtig, er würd sich wol gen ewren genaden entschuldigen.' Der kayserantwurt dem selben ritter und sprach zu im: 'Hab dir unnsern willen und er-laubnüsz und gancz sicherhait iind pring den verchlagten ritter her für uns.'Er pracht den andern ritter mit im do selbs hin für den kayser, und so sich der 15selbe ritter durch seinen vorsprechen genczlich entschuldigt hett solicher zeich-nüsz, noch denne rüfften die von dem widertail den kaiser so hartleich an daser sprach zw des unschuldigen ritters vorsprechen: 'Es sind worte, das [165 r ]du sagest, er kumpt nymmer von uns ungestraffet.' Do sprach der ritter, der inhyn zugefürt und pracht hett auff des kaisers Sicherung, also: 'Herre kaiser, 20ist das ir den unschuldigen ritter, den ich auff ewr sicherhait zu euren genadenher pracht han, in ychte laidigt oder straffet an seinem leib, eren oder gut, somacht ir domit das weder ich noch ander lewtt hyn für ewren kaiserlichen wortennicht gelauben.' Mit dem wort ward der kayser gewaickhet und sprach: 'Wolhin,so sol er yeczund sicher von uns schaiden und dannen geen, wirt aber er hynnach 25von uns oder von den unsern gefangen, so wirt er die pein und püesz seiner ver-ratung tragen und empfahen, als solichen leütten zugehöret.' Der ritter schieddannen und gieng aus dem pallast des kaysers mit traurigem herczen, unddo er für die tür des pallast kom, do bedacht er wie das des und eines yeglichenkaysers gewalt und swert weyt und lang sneydet, und chert sich wider umb 30zegeen in den pallast für den kayser und zu dem rechten und sprach zu demkayser: 'Herre kaiser, ich mag die hant ewrer mächtikait nicht enpfliehen,und ich getrost mich des almächtigen Gots parmherczikait und meiner unschul-
4. vm. darüber] d aus v korrigiert.
6. frummer] Zuerst war frühen geschrieben, dann wurde n gestrichen undein Haken (') darüber gesetzt.
15. den] ist zweimal geschrieben.
18. er sprach des. lat. : Verba sunt, non sie poenam evadet.
22. ychte] y aus i korrigiert.
30. und] vm; ist übergeschrieben.