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Johann Hartliebs Übersetzung des Dialogus miraculorum von Caesarius von Heisterbach
Entstehung
Seite
239
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freüntschafft, adel noch myetung der gaben, nwr die gereehtikait allain. Dozu einer zeitt derselbe Erkchenwolt in swärer kranchait zw pette lag, do hört ereines tags in der kamer nahent bey seiner kamer ein tumeln und ein freylichgeschray. [156 v ] Er fragt die umb in stunden was die Sache war soliches weib-leichen schreyens. Ir chainer getorst im des nicht sagen, wie das sy das doch 5wol wessten. Do sant er einen seiner chnecht und sprach zu im: 'Ich gepewtfcdir, als du wellest dein äugen behalten von mir unauszgeprochen, das du die sacherfarest und mir die lauttern warhait darinn sagest.' Der chnecht erfür das undsagt dem herren mit grosser forchtte also: 'Herre, mein junckherre, ewrer swestersün, hat ein frauenpild notgezogt zu seinem willen und hat darumb mit ir ge- ierungen, das ist die sach des tummelns und schreyens.' Do er das vernam, dowart hart mit zorn erzündet und sprach zu seinen rittern: 'Ich schaff mit euchdas ir bey meinen hulden in erhenckhett.' Die ritter taten des gleichen, als obsy des gehorsam wolden sein zetün, und als sy von dem herren khoinen, dobesprachen sy sich miteinander und komen überain das sy des herren gepott 15nicht volpringen wolden, und sprachen also einer zu dem andern: 'Ist das wil-den edlen jungen also totten nach unsers herren gepott und derselb unnserherre als versechleich in seiner kranchait des ligens stirbet, so wurden wir vondes jungen wegen getött oder landrümig werden.' Sy übergiengen des herrengepott und wolden den jungen nicht tötten. Doch strafften sy in genüg swar- 20leich mit Worten und verpüten im das er bey seinem leben irem herren undseinem öheim nicht zu gesicht geen solt, als lang bis das er das nach irem ratttatt. Das gelobt er in und domit komen sy wider umb zu irem herren und sagtendem wie sy sein gepott volbracht und den jungen getött hetten. Damach andem fünfften tag gedacht der junge wie das villeicht sein vorgenanter herre 25und öheim sölicher schuld und missetatt vergessen hett und sein zorn im ent-gangen war, und gieng wider für seinem gemach und öffennt des herren chamertür und lugt hinein, was der herre tätt. Do ersach in der herre und rüfft in zuim zesiezen mit [157*] se«iten, gütigen Worten. Und als der jung zu im gesessenwas, do gab er im einen arm umb seinen hals und hielt in so hart, bis das er mit 30der andern hant sein messer gewan und stach im das in seinen hals, bis das erin ertött. Der jung ward mit grosser clilag des volcks zu grab getragen und abder sach nam das gancz lannd einen Bohrecken. Do ward auch dem benantenherren Erckhenbolden zu Valien smercz über sein kranckhait smerezen, das inalso hart übergieng das er sich des tods besorgt, und schickt zu dem pischoff, 35seinem peichtiger, das im derselb unnsers herren leichnam solt pringen und indomit berüchen. Do der selbig pischoff also kom mit dem heyligen sacrament,do tett im der herre Erkchenbold sein peichte. Mit wainen und grosser rew

29. setiften. — lat.: verbis blandis advoeans.34f. lat.: Erkenbaldo additus est dolor dolori.38. Erkchenbold] 1 hinein korrigiert.