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Johann Hartliebs Übersetzung des Dialogus miraculorum von Caesarius von Heisterbach
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228
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228 III, 26— III, 27.

und sich davon zepessern niügen an irem leben. Und ob die selben ungelertenpriester ir volck, das in empfolhen ist mit dem Gots wort und nach der heyligengeschrifft ausweisung, nicht tägleich mügen gelern und mit predig under weisenund erleuchten, so süllen sy dannoch das volck mit iren glitten werckhen,

5 wandel und ebenpilden zu der lieb Gots ziehen. Wenn der priester zu dem alltar[149 r ] Gottes und zu der messz geen wil, so sol er voran seinen amplick oderantlicz, mwnt und hennde rayncklich waschen, das zu bedewtten das er die maylposer gedäncken, reden und wercken schol austreiben von seinem herczen undseinen amplick in einen Spiegel schawen, ob er ichts mailigs finde, das er dasselbe

10 abtuge. Das wasser bedeüttet die rew, das hanttüch bedewttet die peicht, wannwas das wasser unflats abflewet, dasselbe abtrucket und abstreicht die peicht.Dye spyegel darinne er sich ersehen sol, bedewttent die ebenpild der heyligen,als der gelaub Abrahe und die gehorsam seines sunn Ysaac, die lyndmütikaitdes heyligen Jacob, die senftmütikait sand Moysi, die diemüttikait sand Davids,

15 die lieb Helye, die gutikait Josie die kewschait sand Danyelis. Wenn sich inden selben glitten ebenpilden ein priester in seiner gewissen als in einem spyegelbeschawet, so wirt er wol sein unwolkömenhait erkennen.

Novicius: Qualis esse debeat conficiens. Wie ein yegklicherpriester schull geschickt sein, der die messe wirdikleich volbringen müg, das

20 hast du mir genügsamleich gesagt und underweisett. Nw beger ich von dir

das du mich beschaidest, waran der gewalt und krafft sey domit und da durch

solch Verwandlung des prots in Gots leichnam so wunderleich müg geschehen

Monachus: Que de hys legi et audivi paucis etc. Was ich

davon gelesen und gehört han, des wil ich dich mit wenig Worten beschaiden.

25 Das XXVIj capitel.

Tria exiguntur in sacerdote, ut possit conficere etc. Alsein priester in der messe das prot in goczleichnam gesegenn müg, darzu gehörentdrew ding: die weych, die fünff heyligen wort, die maynung und das vierde:prott und wein.

30 Novicius: Quid sy in calice? Wie und ob in dem kelch nach dem

segen des prots chain wein nicht war von versawmung wegen ?

Monachus: Ex consuetudine [150 r ] ordinis nostri. Aus gewonhaitunsers ordens der priesterschafft sey wir darzu genött zu gelauben das do unsersherren Christi leichnam ist, wann wir den segen des prots, so der gesprochen

35 ist, nicht widerumb zum andern mal sprechen, nwr allain die wort des kelchsmüg wir wider umb sprechen, wenn zufall also von versawmpnüsz chumpt.Simile sencio. Des geleichen verstee ich ob ein priester nach den worten ge-

7. mayl] lat.: niacula.13. seines] das zweite s undeutlich.28. weych] am Ende t gestrichen. 30. nach ist zweimal geschrieben.