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Johann Hartliebs Übersetzung des Dialogus miraculorum von Caesarius von Heisterbach
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194
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194 II, 94-11, 95.

davon er offt sein arbait, die im enpfolhen was, underwegen liesz, darumb inauch sein maister zu mengerm mal strafft und sprach: 'Prüder, es ist zu zei+enzepeten und Gott dienen, auch ist zu zeitten ze arbaiten'. Er antwurt im darüberals ein ainfaltiger, gütter prüder, der seinen straffer mit gütigen worten waicken

5 wolt, und sprach: '0, lieber maister, wesst ir die ursach warumb ich also meinarbait versawm, ir hiett mir das nicht für übel, und ich pitt euch,das ir mich eucheines küssen lasset.' Er maynt das er an dem chüsz der süssikait seines mundesempfinden solt und do er im den chüs also raicht, so pald in augenplick verloser die selben süssikait gotlicher tröstung unwiderpringleich. Als mich duncket,

10 des gleichen hast oben an dem püch in dem XLIj. capitel von einem parting,der seinen engel offt sach, und do er dasselbe sagt, do verlos [129 v ] er auch denengel, das er in fürbas nymmer gesach. Was auch der Sachen sein dar umbe denmenschen solich genad enzogen wirt, das han ich dir vormals wol geoffenwart.Doch sind ettlich menschen, die solche gnade offt sagent und offenbaren, die

15 dannoch darumb solich tröstung und gnad nicht verliesent, als geschriben 'Stvon brüder Heinrich, pärting zu Hemmerode.

Das LXXXXV capitel etc.

Hainricus idem. Der selbe prüder Hainreich do der den münchhoff,genant Hart, verwesst und verwas, do gieng er eines tages in dem mayen umb des

20 hoffs acker und besach getraid und sprach domit sein gepet. Do erplickt er einenmenschen, der stund under einem pirpawm, der in einem acker sunderleich stund.Es was der selb mensch ein mannespild in zimlicher gestalt, grab was har undgreys, der part was im lanck, und sein rock wendet im auff den enkel. Er hetein scapelir, was prait und lanck über sein knye, sein anplick was scheynig als

25 ein engel an zesehen. Er geng in nähent zu im und sprach: 'Benedicite, frater' etc.'Bruder, gib mir deinen segen.' Er antwurt im und sprach: 'Der herre Gott gibdir seinen segen,' und fragt in auch also: 'Prüder, wie gevellet dir dein ordenund dy regel?' Der parting sprach: 'Sy gevallent mir wol'. Er sprach aber:'Dir schol dein orden pilleich wol gevallen, wann chain leben als volkömen ist

30 als dein orden in der heyligen, kristenleichen kirchen.' Dem pärting geviel seinamplick so wirdikleich gestalt, das er im ettwas zegeben pewegt ward, und sprachzu im: 'Ey, warumb get ir also porfüsz ?' Er sprach widerumb: 'Also ist unnsergewonhait.' Der parting sprach aber zu im: 'Ich pi< euch das ir wellet von mirzwen schlich neinen und hewt mit uns essen das frümal.' Er versagt im das und

35 sprach: 'Ein chlaines essen ist mir und meinen gesellen genügsam.' Und do sy

4. lat. : ut increpantem placaiet.

8. vnd solt.10. lat. : quadragesimo tertio; vgl. oben S. 138.29. dir korrigiert aus die.;i3. pin lat. : peto.34. schlich fehlt; lat.: ut mihi liceat vobis dare calcioc