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Johann Hartliebs Übersetzung des Dialogus miraculorum von Caesarius von Heisterbach
Entstehung
Seite
178
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178 II, 78.

amplick und volgent stätikleich nach den füszstapphen des unschuldigen lambesmit payden irn füessen, das ist mit enthaldung irer kewsch an leib und an gemüt.

Novicius: Ergo virgines coniugatis etc. Darumbe so sind diejunckfrawen grösser und wirdiger vor den äugen Gots dann die eefrawen und5 witiben sind, die sich kewschleich halden ?

Monachus: Sy sind grösser vil. wenn du ein leben und wesen zu denandern gleichen tust, wann ye der junckfrawlich orden über den eelichen ge-wirdigt ist. Doch sind etwann ettlich eefrawen und witiben [119 v ] in irem ordenvil grössers verdienens dann die ettlich junckfrawn sind. Wannd das verdienen10 leit nicht an der enthaldung der kewsch, das nicht ein tugent ist, wann die un-gelaubigen menschen, als Juden, hayden etc., auch understunden irer enthaldungpflegen, und empfahen doch davon chainen Ion von Gott, und darumb so ligtdaran nicht das verdienen, sunder es liget an der liebe. Und darumb wo ist einerder getürre, ettliche junckfrawen, die ye gar gros heylig sein, den heyligen pro-15 pheten und patriarchen und ettlichen zwelfpoten, dy vil nach alle eeleichs lebensgewesen sind, in dy junckfrawn fürseczen ?

Novicius: Quid ergo est sancti etc. Was macht aber das, das dieheyligen so gros achtent und schäczen die junckfrawnsckaft 1

Monachus: Ut ostendant etc. Das sy erzaigen, wie gros gevellig

20 Gott sey die junckfrawnschafft und kewscheit, die an den junckfrawengenant ist ein enthaltung der junckfrawlichen kewschen, in den eefrauengehayssen ein eeliche schamikait, in den witiben ein witibleich enthaldungder kewsch. Und da von wirt gesprochen in den ewangelio von dem samen, dervon des säenden hande in das gut erdreich vellet. einer pringet dreissigfaltige

25 frucht. Der erste same bedewt die eelichen lewtte, der ander same die witibenund ander enthalden frawen, der dritte same stet zu den junckfrawen, undchomppt doch offt das in dem dreissigfaltigen samen mer lönes stett dann indem hunderfeltigen samen, und das chumpt von der grösz der liebe. Und darumbso hatt die heylig römisch kirch die heyligen frauen Mariam Magdalenam in der

30 letaney, do man in der vassten die heyligen mit benennen anrüffet, den junck-frauen fürgeseczt, das sy icht von ires valles wegen den selben heyligen junck-frauen nyderer dann sy gesehen werde. Doch wisse, das pesser ist das enthaldenleben dann das eleich leben, wann unser haylant Cristus, der der \120 r ] allerweisist mensch, der ye geporn ward, gewesen ist, hatt erweit die junckfräulichen

35 kewschait.

1. Offcnb. 14, 4.

5. halden sind.

9. die übergeschrieben. 11. jn den.

15. lal.: qui coniugati erant, pene omnes.24. vor säenden gestrichen saehenden.