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Johann Hartliebs Übersetzung des Dialogus miraculorum von Caesarius von Heisterbach
Entstehung
Seite
159
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//, 59. 159

sein gemehel fingerlein und tailt das vor iren äugen in zway tail und hüb die selbenzway tail wider zesammen, das sy gleich gen einander sagten und nam darnachim einen tail und gab den andern der selben seiner lieben hawsfrauen und sprachzu ir: 'Hyn für solt du das mit fleysz behalten und daran als zu einem gewissenwarzaichen gelauben. Ich wil auch das du fünff jar auff mein widerkomen wartest, 5und wenn die selben fünff jar vergangen sind, so nym dir, wen du wellest, zueinen andern eeleichen manne. Das gelobt .sy im also mit irn trewen und namvon im das halbe tail des fingerlein. Also hüb er sich auff den weg, darauff ermit grosser kchosstung und zerung, mw und grosser arbait in sand Thome statgesunt kom. Do ward er von den purgern der selben stat gar erberleich und dienst- 10leich empfangen und von in so brüderleich gehallten, als ob er ein gesessnerund inwanender purger langzeit war gewesen. Die selben gnad nam er im alsvon Gott und von dem heyligen zwelfpoten zugefviget, als auch das an im selbenwas on [107 v ] allen zweifei. Und domit hüeb er sich zegeen in des heyligen sandThome kirchen und sprach sein gepet mit grosser rew und andacht und empfalch 15sich, sein hawsfrawn und alles das das er hynder im liesz, in den scherm Gotsund sand Thome. Darnach ward er in gedenck, wie er seiner hawsfrawen fünffjar zu einem zil seines widerkomen geben hett, als voran berürt ist, und ob erin den selben fünff jaren nicht zu land kom, so mocht sy ir wol ainen andernman nemen. Also warn die selben fünff jar nach seiner rechnung desselben tags 20ausgangen. Er ward ersewfczen und sprach zu sich selber: 'Ach mir eilenden,betrübten mann! Nw wirt mein hawsfraw sich einem andern zu der ee ver-sprechen.' Nym war, der allmächtig Gott verhengte das über in durch des willendas hernach geschechen solt. Und als er trauriger umb sich lwgtt, do sach erden obgenanten pösen geist mit seiner rauchen chappen, die er im entragen hett, 25umb geen. Der tewfel der sprach zu im: 'O ritter Gerhart, chennest du michnicht?' Der ritter sprach: 'Ich erchenn dich nicht, aber die chappen, die dutregst, die kenn ich wol, die ist mein gewesen.' Der teufel sprach: 'Ich pin der,der zu dir in dein vessten kom, und durch sand Thoman willen der herberg patt,und der dir dise chappen hyngetragen hatt, darumb ser gepeynigt pin worden,' 30und sprach dobey: 'Ich pin ein tewfel, und mir ist gepoten das ich dich nochheint, vor dann sich die lewt schlaffen legen, haym in dein haws füren soll,darumbe das dein hawsfraw einen andern man genommen hatt und noch heintheyligen wold und siezet yeezund bey im in der hochzeitt.' Und also hüb er inauff sich und fürt in haym und liesz in in seinem hoff ungelaidigt nyder zw erden. 85Do gieng er in sein haws in fromden, haydnischer watt, das yn nymant erchant,und als im die prawt das trincken in einem choppf pott, do tranck er und liesz

2. sagten] lies fügten (vgl. 160, 3). Burdach, 2f.: tat.: eaeque coram illa

coniungens. 3. den selben Hs., der selben Burdach.

14. des] s undeutlich.24. er fehlt. üggt: lat. : Qui cum tristis cireumspiceret.