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Johann Hartliebs Übersetzung des Dialogus miraculorum von Caesarius von Heisterbach
Entstehung
Seite
131
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II, 34-11, 35. 131

Das XXXIlIj capitel.

\89"\ Sacerdos quidam de domo nostra etc. Einpriester ausunnsermchloster, der mir dasselber gesagt hatt, do der des vorgenanten jares inderheyligennacht zu ostern in der metten stund, do das zwelfft responsorium gesungen was,und der lobsang 'te deum laudamus' angehebt was, do empfand er umb sich allent- 5halben so krefftigen, süssen und edeln gesmachen als von gewürcz oder confecteoder edel salben, die erst von einer appoteken dar körnen warn, und das weret eingut weil. Darab in grosz wunder nam, was das bedeüt oder wa von das bekäme.Do gedacht er manigerlay, und doch sagten im sein andächtig gedäncken, wiesolicher edler, gütter gesmach von der unsichtigen gegenwürtikait der heyligen 10frawen Marie Magdalen und irer mit geferten, kam, von den die gancze nachtgesungen was, wie die körnen warn zu dem heyligen grab Christi, seinen heyligenleib zu salben, das wol zehalden ist.

Das XXXV capitel.

Cum resurreccio passione dignior sit etc. Seind das die urstend oder 15ersteung unnsers lieben herren Jhesu Christi wirdiger ist denn sein leyden odermarter, wie kumpt es das von seinem leyden und marter vil mer Offenbarung undsehung den frummen, gerechten menschen fürkumpt denn von seiner heyligenurstend ? Das ist zum ersten zu ze/wgen der diemüttikait Jhesu Christi, das ichtvon im gesagt oder verstanden würd, das er sich übernäm der erenreichen, mäch- 20tigen werck seiner gotlichen urstend, das er das in rümes weise wold offenbarn,und domit under drucken wolde die smäch und marter, die er umb ünnsern willenhie auff erd geliden hatt. Darnach ist das ain sache das chain heylikait ist, dasals gewondleich und würckperleich der gotlichen lieb einen zündung in dermenschen herczen macht, als die betrachtung des leydens, marter und smäche 25unnsers herren Jhesu Christi. Wannd der heylig zwelfpott sand Pauls sprichtdas im von nichte chünt oder wissenlich [89 l ] sey dann allainvon unserem liebenherren Jhesu Christo, wie der gemartert und gekreüczigt sey, davon so ist auchsein lesen und petten das leyden und marter Christi gewesen. 0 wie tyeff gedachtund begert der heylig Job zelesen in dem püch des leydens Christi, do er also 30sprach: 'Wer gibt mir einen verhorer, das der almächtig mein begerung verhör, unddas er selber, der do richtet, dasselbe schreib, das ich das auff meiner achseltrag und umb geb mir den als ein krön V Wann das püch des lebens ist Christus.Und als sand Johanns in dem püch Apokalipsi schreibt, so ist dasselbe püch mit

11. kam fehlt. 14. Das Register faßt als XXXV Cap. XXXV und XXXVI

des Textes zusummen.

19. zu zesungcn. tat.: piimo ascribondum est . . .

22. nach wolde gestrichen der, übergeschrieben die.

23. Vor das 3 steht gestrichen als. 24. ge (Zeilenende) wöndleicli.26. I. Cor. 2, 2.

30. Hiob 31, 35 ff. 34. Offenb. 5, 1.