Druckschrift 
Johann Hartliebs Übersetzung des Dialogus miraculorum von Caesarius von Heisterbach
Entstehung
Seite
126
Einzelbild herunterladen
 

126 H } 29-11, 30.

erschain unser hayland Christus in der nächsten nacht darnach in dem slaffeauff dem alltar in grosser chlarhait und sprach zw im: 'Ich sag dir danck dasdu mit mir gestern ein mitleiden gehabt hast, do mich des herczogen kamrerso peynleich mit siegen für die tür gestossen hatt. Domit erwacht derselbe

5 pärting und verstund wol daraus das noch hewtt Christus in seinen geliderngemartert würde.

Novicius: Die michi, queso, est ne alia etc.? Ich pitt dich dasdu mir sagest, ob icht ander [86 r ] forme und gestalt, die versmächt sein, darinneChrist der herre sich ettwann uns armen, totlichen menschen erzaigett und

10 erscheinet ?

Monachus: Eciam. Es ist in Christus dem herren solich grosz diemütti-kait das er uns todlichen, armen menschen understunden in krancher menschenund, das noch mer ist, in aus seezigen menschen gestalt, dy er an sich nympt,erscheinet. War das erst nicht war, das ist das sich Gott nicht in krancher

15 menschen gestalt uns erzaiget und erschin, so sprach er unpillich in dem ewan-gelio von im selber: 'Ich pin krancher und siecher gewesen, und ir habt michhaim gesucht.' Von dem andern spricht der weissag Ysaias: 'Vere langworesnostros ipse tulit' etc. Wärlich, er hat unnser seüchten über sich genomen, undunser smerezen hatt er getragen, und wir haben in in unnser acht als einen aus-

20 seezigen gezelet.' Und wie doch in dem püch Dyalogy, das der heylig sand Gregorigemacht hatt, und auch an anndern emiden der heyligen schrifft vil mer eben-pild davon herzu mochten geseezt werden, die sich vor langen zeitten vergangenhabent, so wil ich das lassen farn, wann ich dir versprochen hab ze offenbarnwunderzaichen und ebenpild, die bey unnsern zeitten geschehen sind.

25 Das XXX capitel.

Hainricius contractus Clarenvall etc. Es was in dem selben chlosterein münch Hainricus Contractus genennet, der vor kurezen jarn gestorben istund ettlich zeitt ein siechmaister doselbs gewesen was. Do der selb zu einer zeitteinen grossen, kranchen menschen in seiner pfleg hett, der nicht verre zu dem

30 tod hett, und do er in der nacht auff stund zu der metten zegeen, do besach ervor den selben kranchen prüder, und was sein hoffen, das der selb kranck wolgeleben mocht, bis das er von der metten wider zu im kome. Des gieng er destersicher in die metten, und do er doselbs ein klains genaezt und entnuckht wasin seinem stül, do erschain im unser haylant Christus in der gestalt des kranchen

35 münchs, von dann er [86 v ] gangen was, und er naigt sich auff sein prüst zerüen.Her Hainreich ward erschrecken und wolt auff gestanden sein von seiner siez-

16. Matth. 25, 36. 17. Jes. 53, 4.

20. Tapst Gregor d. Grossen 'libri IV dialogorum de vita et miracttlis patnmis. Namenregister.

33. lat.: In quo dum sedendo modicum quid dormitasset.

34. der. 35. Nach er 1 gestrichen komen.