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Johann Hartliebs Übersetzung des Dialogus miraculorum von Caesarius von Heisterbach
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120
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120 II, 21.

des ertotten ritters sün den benanten seines vatters totter von geschieht onkom und fieng. Do wolt er in in der ersten gäch und zorn zehant ertött hauund stund ob im mit ausgezogen, plossem swert. Do viel im derselb gefangenritter zu seinen ftiessen und sprach: Herre, ich pitt euch das ir durch der eren5 willen des heyligen chreücz, daran Christus gehangen und erstorben ist undaller werlde sein parmung erweist hatt, das ir auch dar durch euch über micherparmet und lebent lasset mein sünde ze püssen.' Von den selben Worten wardder ritter so ynnikleich pebeget, das er stund und bedacht sich, was er tun wolde.Die parmherezikait nam im uberhant, das er sein swert wider ein stiessz und

10 hüb den selben seinen feint auff von der erd und sprach: 'Nym war, durch dieere des heyligen chreüczs und des der daran mich und alle werlt erledigt hattmit seinem pittern tod, das mir derselbe unnser haylant Christus auch meinsünd vergeben well, so wil ich dir nicht allain die schuld, die du an meines liebenvatters tod umb mich verdient hast, vergeben, sunder auch dein gütter freund

15 wil sein hinfür.' Und gab im domit den kusz seines frides zu einer bestätigungeiner ganezen bericht. Nicht lang darnach nam der selbe ritter an sich daszaichen des heyligen chreücz und für über mere. Und als er zu Jerusalem indie kirchen kom, darinn das heylig grab unnseres [82"] haylands ist, mit andernvil brüdern imd lantlewtten gangen was, do gieng er für einen alter, darauff

20 das pild unnsers herren marter stund, dasselbe pild ward sich gen ym tieffnaygen von dem chreücz herab. Do das ettlich brüder merekten und dochnicht wessten, welchen under in soliche ere erpoten war, do wurden sy des über-ain das sy aynezigen yeglicher besunder wider für das selbe pild unsers herrenmarter zegeen, noch denne naigt es sich gen ir chaynen nicht, nwr gen den do

25 gegen es sich vormals genaigt hett. Do wurden die prüder denselben ritterfragen, von was Sachen das geschechen war. Er sprach es war im nicht wissen-leich, und er war auch sölichen eren von Got nicht wirdig anzelegen. Dochkom im in gedächtnüsz die vorgeschriben getat, das er seines vatter t6tter,den er in seinen handen gefangen und sein swert über in gezogen het, los und

30 ledig liesz und im sein huld gab, dem heyligen chreiicz und dem der daran unserledigt hat, dem herren Christ, zu eren, als er in dann domit gepeten und er-mont hett. Das sagt er do den prüdem. Dy nam grosz wunder von solicherdiemüttikait wegen Gott des herren, die er also irem prüder mit solicher danck-nemer diemüttikait getan hett.

4. Vor euch gestrichen dich.

6. werlde] rl aus 11 korrigiert. $. bedraoht. lat. : deliberaret.

17. als aus as korrigiert.

1819. lat. : cum ecelesiam Dominici sepulchii aliis peregrinis virie honestisde sua provincia commixtus intraret.22. vb (Zeilenende) ain.

24. mütter, vgl. oben S. 110, 8; lat. nur: ex consilio singillatim reversi sunt.29. lös] 1 aus b korrigiert.